Wenn man sich schon mit dem Auto von a nach b fortbewegen kann, dann ergeben sich auch solche Ausflüge – weg von Meer und Gebirge geht es tief in den Fels hinein.

Bei der Shosenkyo-Schlucht handelt es sich um einen der schönsten Nationalparks Japans. Sie liegt nördlich der Stadt Kofu in der Präfektur Yamanashi. Durch die Schlucht zieht sich ein etwa 4km langer Wanderweg, der neben Granitgestein und seltsam geformten Felsen auch Affen, den Berg Fuji, sowie Tengu-Figuren visuell zu bieten hat. Besonders hervorstechend ist das Wasser, das sich in einem Fluss durch die Schlucht zieht, weshalb es auch in der Sammlung der „100 besten Wasserstellen der Heisei-Ära“ befindet.

Diese wunderbaren Fakten und Lobpreisungen der Schlucht sind nicht meinen eigenen Gedanken entsprungen, sondern entstammen der offiziellen Webseite des Ortes (shosenkyo-kankoukyokai.com). Ich selbst kann eigentlich nur sagen – es ist ein verdammt schöner Ort.

Bei unserem Besuch im März 2021 schnappten wir uns einen südlich in der Schlucht gelegenen Parkplatz, und wanderten entgegen der Strömung des Flusses bergauf. Begleitet wurden wir dabei von einem etwas wahnwitzigem initialen Plan – nachdem wir die Kilometer lange Route den Berg hoch gelaufen waren, wollten wir den Aufstieg mit der Seilbahn auslassen, und uns stattdessen durch Wald- und Wanderwege selbst den Weg auf die Spitze des Kliffs erkämpfen. Nach etwa der Hälfte des regulären Weges warfen wir diesen Gedanken über Bord (ja, der reguläre Wanderweg geht dauerhaft bergauf und ist daher tatsächlich *anstrengend*, wer hätte es kommen sehen 😉 ) und waren am Ende heilfroh, als wir den normalen Wagon der Seilbahn betreten konnten.

Vom oberen Ende der Seilbahn gab es diverse Aussichtspunkte, von denen aus man fantastische Landschaften erblicken konnte. Neben dem Fuji, der sich etwas schüchtern gab und hinter diesigem Wetter versteckte, beeindruckten doch vor allem auch die sonstigen umliegenden Berge, Täler, Wälder und Felder. Mit bombastisch gutem Wetter genossen wir den Ausblick und unser mitgebrachtes Mittagessen wie die Könige der Welt.

Die Maskottchen der Schlucht sind übrigens Eulen – überall waren die Flattervögel abgebildet, sei es gedruckt, in Stein gemeiselt, als Stempel zum sammeln, oder als helfende Wegweiser. Der Hintergrund dazu scheint eine (lokale?) Legende zu sein von einer Eule, die einem Mann geholfen hat. Eigentlich hatte ich mir die Geschichte abfotografiert, um sie übersetzen und hier erzählen zu können, doch leider ist mir die Kamera abgeraucht, und die Bilder sind nicht mehr da. Von daher erfreuen wir uns einfach daran, wie süß sie doch aussehen 🙂

(27.03.2021)

Kategorien: 2020japan

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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