Das Verhalten im Straßenverkehr ist für uns ganz klar vorgegeben – an roten Ampeln bleibt man stehen, über Zebrastreifen darf man gehen. Hier funktioniert das ein bisschen anders.

Gerade Zebrastreifen haben mich hier noch jedes Jahr überrascht. In Deutschland hat man sich doch daran gewöhnt – man läuft an einen Zebrastreifen ran, prüft beide Fahrtrichtungen, ob eventuell jemand kommt, bzw. ob die kommenden Autos einen auch sehen und tatsächlich anhalten (würden). Sobald man sich sicher ist, darf man gehen. Fußgänger über Zebrastreifen haben dabei Vorfahrt vor dem regulären Autoverkehr.

Sollte man in Japan einfach so an einem Zebrastreifen loslaufen, in der Erwartung, dass die Autos stehen bleiben, könnte man ein böses Erwachen erleben. Denn hier haben Autos Vorfahrt. Fußgänger und Radfahrer warten am Zebrastreifen darauf, dass vielleicht doch mal ein Autofahrer Mitleid hat, oder der Autoverkehr eben eine Lücke hat, bevor man passieren darf. Auch wenn man schon den halben Zebrastreifen überschritten hat und mitten auf der Straße steht kann es immer noch passieren, dass aus der anderen Richtung ein Auto kommt und von seiner Vorfahrt Gebrauch macht.

Daher Augen auf und Vorsicht walten lassen beim Überqueren von Straßen, und nicht damit rechnen, dass die „Normalität“ und die „Regeln“ aus Deutschland auch hier zutreffen.

Me and My Bicycle

Irgendwo ja auch auf uns daheim zutreffend, machen auch hier die Fahrradfahrer eigentlich nur eins – was auch immer sie wollen. Auf der Straße fahren, aber bei einer roten Ampel trotzdem weiter voraus? Kein Problem. Bei einer Ampel auf den Fußgängerweg wechseln, weil man keine Lust hat zu halten? Wieso nicht. Auf dem Fußgängerweg fahren, auch wenn die Straße mit extra eingezeichnetem Fahrradstreifen komplett frei ist? Was auch sonst.

Selten sind mir Fahrradfahrer und Fahrradparker so ich-bezogen vorgekommen wir in Japan. Regeln scheinen hier nicht zu gelten. Auch wenn man auf dem Gepäckträger niemand mitnehmen darf, fahren gerade Schüler doch oft ihre Mitschüler von A nach B. Mütter und Väter transportieren easy drei Kinder auf einem Rad – eins im Sitz auf dem Gepäckträger, eins vorne am Lenker befestigt, und eins mit Tragegurt um die Brust geschnallt. Dass das Rad da nicht nur ein bisschen wackelt, sollte offensichtlich sein.

Lichter und Klingeln existieren an manchen Rädern – vielleicht? Hören und sehen tut man sie jedoch selten oder gar nicht. Gerade als Fußgänger lohnt sich daher von Zeit zu Zeit ein Blick nach Hinten, ob man nicht gerade einen Radfahrer ausbremst, der mal wieder den Fußgängerweg nutzen möchte.

Kategorien: 2020japan

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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