Ein Pflicht-ToDo als Manga- und Animefan war für mich auf jeden Fall, in Japan ins Kino zu gehen. Und welcher Film hätte sich da besser angeboten als DER Film 2020?

Was ist dieses „Demon Slayer“…

… werden mich Leute fragen, die nichts mit Manga und Anime zu tun haben. Demon Slayer ist der Englische und Deutsche Titel eines Franchises aus der Feder von Gotouge Koyoharu. Und 2020 war für diese Serie mit sicherheit „DAS“ Jahr überhaupt… bisher.

In Demon Slayer (鬼滅の刃 Kimetsu no Yaiba) begleiten wir Leser sehr kurz zusammengefasst den Dämonenjäger Tanjiro, der in einem altertümlichen Japan nach einem Heilmittel für seine dämonifizierte Schwester sucht. Auf seiner Reise muss er diversen mächtigen und üblen Dämonen, sowie gesellschaftlichem Gegenwind widerstehen, während er dem Drahtzieher der Dämonen unangenehm nahe kommt.

Im vergangenen Jahr endete der Manga mit 23 Bänden in einem grandiosen Finale. Begleitet wurde das Ende von der Veröffentlichung des Demon Slayers Kinofilm – „Mugen Train“, welcher die Fortsetzung der Anime-Adaption aus 2019 darstellt.

Der Kinofilm – Hintergrund

In seiner verhältnismäßig kurzen Laufzeit im Kino hat „Mugen Train“ (劇場版「鬼滅の刃」 無限列車編 – Mugen bedeutet Unendlichkeit) so ziemlich alle Kino-Rekorde in Japan gebrochen, die es gab. Höchste Besucherzahlen in den ersten Wochen, höchster Umsatz in den ersten Wochen, Film mit dem höchsten Umsatz in Japan 2020, und am aller beeindruckensten – seit letzter Woche ist Demon Slayer der Film mit dem höchsten Umsatz überhaupt in Japan. Er hat damit Hits und Meisterwerke wie Chihiros Reise ins Zauberland (Platz 2), Titanic (Platz 3), und auch Disneys Die Eiskönigin (Platz 4) hinter sich zurückgelassen. Kein Harry Potter, kein Ghibli-Film und auch kein Your Name kommen an ihn ran.

Und gerade das finde ich sehr ungewöhnlich und beeindruckend an diesem Erfolg. Denn Demon Slayer Mugen Train ist im Prinzip „Staffel 2“ des Demon Slayers Anime. Man setzt voraus, dass man die Welt der Handlung und die Geschehnisse aus der ersten TV Staffel kennt. Es ist kein eigenständiger Film, wie zum Beispiel die Ghibli Filme, in den man ohne Vorwissen einfach reinstolpern kann.

Die Meister hinter Demon Slayer

Aber Mugen Train schafft es trotzdem. Neben dem guten Ursprungsmaterial der originalen Handlung verdient insbesondere eine Institution diesen Erfolg: ufotable, das Animationsstudio hinter diesem Film. Bereits in der ersten TV Staffel sorgten die Kämpfe, der Zeichenstil, die musikalische Begleitung und einfach das visuelle Gesamtbild an sich für Lob und Ehrpreisungen aus aller Munde. Das Opening-Lied der TV Serie, „Gurenge“ von LiSA, läuft im japanischen TV und Radio auch jetzt, Anfang 2021, eineinhalb Jahre nach der Ausstrahlung der TV Serie, weiterhin als Top-Nummer hoch und runter. „Let it go“ war ein feuchter Pups dagegen.

Mein Eindruck vom Film

Der Film schafft es, diesem visuellen Spektakel der TV-Serie nochmal eins aufzusetzen. Die Geschwindigkeit der Handlung, die Action-Szene, die Emotionen, das Drama, und auch die Tragik. Alles ist so wunderschön und bewegend insziniert und dargestellt… ich verstehe vollkommen, dass dieser Film eingeschlagen hat wie eine Bombe. Und natürlich darf ein den Film begleitendes Lied nicht fehlen. „Homura“, wiederum von LiSA performt, hatte ich vor dem Film bereits zu hören bekommen. Doch erst im Kontext der Handlung und Positionierung im Film wird dessen Bedeutung so richtig emotional und bewegend, sodass man ihn nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Leider kann ich auf viele Dinge gar nicht eingehen, da sie alle einen Spoiler für Dinge darstellen, die im Film geschehen werden. Sobald er jedoch in Deutschland ausgestrahlt wird, kann ich jedem, der sich irgendwo für Anime und Manga interessiert oder begeistert jedoch nur empfehlen – schaut euch den Film an! Das ist absoluter Porn für die Augen, ein Spektakel für alle Sinne!

Und die Sprache..?

Was mich tatsächlich sehr überrascht hatte, war, dass ich den Film ohne große Probleme verstehen und folgen konnte. Dabei unterstützt hat mich sicher, dass ich die grobe Handlung durch den Manga bereits im Voraus kannte. Aber trotzdem bin ich da etwas stolz drauf.. Überrascht, positiv überrascht, war ich auf jeden Fall.

Kino in Japan

Da ich leider erst „sehr spät“ eine Vorstellung des Films erhaschen konnte, kam ich an keines der Kino-Extras mehr ran. Erstbesucher des Films bekamen nämlich ein Booklet zum Film ausgeteilt, welches eine exklusive Manga Kurzgeschichte eines im Film sehr prominent auftretenden Charakters enthält. Dafür werde ich mir bei nächster Gelegenheit noch die Novel kaufen, welche die Handlung des Films textuell nochmal wiedergibt. So als Leseübung und Erinnerung an den Film.

Der einzige Punkt, der mich davon abhält, den Film hier noch ein zweites Mal an zu schauen, ist tatsächlich der Preis eines Kinobesuchs. Diese sind in Japan nämlich leider sehr hochpreisig. Das Demon Slayer Ticket hat 1.900 JPY (15 EUR) gekostet, ohne Überlänge, ohne 3D Aufschlag, oder sonstigen Schnickschnack. Ins Kino gehen will hier daher gewollt sein.

Nichts desdo trotz wird im Januar oder Februar ein weiterer Kinobesuch anstehen – denn dann erscheint endlich der vierte Evangelion Film, der initial für 2015 angekündigt war..!

Kategorien: 2020japan

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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