Nachdem bereits einige Tage in der Freiheit genossen werden konnten blicke ich doch ganz nostalgisch auf die Quarantäne zurück. Zwei Wochen Sommer, Sonne, Sonnenschein sehen zwar anders aus, aber es gab auch positive Momente.

So zum Beipiel die Auswahl an Essen. Wie bereits vorab erwähnt, hatten wir zwei primäre Essensquellen – die Lebensmittellieferungen von World Unite, sowie das japanische „Lieferando“ mit UberEats.

Da wird einem warm ums Herz

Zur Abwechslung unserer sonst vorwiegend kalten Kost (eine Mikrowelle zum erhitzen hatten wir auf dem Zimmer ja nicht) haben wir vier Mal bei UberEats Essen liefern lassen.

Das erste Mal waren japanische Gerichte von Ootoya am dritten Quarantänetag. Auch wenn wir „Reis mit Schnitzel“ bereits in kalt verspeist hatten, und danach noch ein paar Mal essen würden, ist es warm doch ein ganz anderes Erlebnis. Dazu kam die warme frische Misosuppe, sowie das super leckere eingekochte Gemüse. Ich bin mir nicht sicher, was genau das für eine Soße war, aber mmmmh! Lecker war sie! Praktischerweise konnten wir das Gemüse genau auf zwei Personen aufteilen. Kartoffeln, Karotten, Bohnen, Zwiebeln, und co – alles war in einer durch zwei teilbaren Menge vertreten. Zufall? Vermutlich schon. Praktisch? Auf alle Fälle!

Unsere zweite Spontanbestellung ging am fünften Tag an McDonalds. Die Mischung aus „keine richtige Lust auf die Sachen, die man da hat“, sowie ein „ach komm, wieso eigentlich nicht?“ bescherten mir einen Chicken-Burger mit Pommes. Wirklich viel kann man dazu fast nicht sagen – es ist halt geliefertes McDonalds Fastfood Essen? – aber trotzdem waren die Burger schön frisch, und die Pommes knackig. Etwas irritierend war die Soße meines Burgers. Die ist definitiv Japan-typisch, und kenne ich so von Deutschland gar nicht. Sie wirkte etwas würzig (Senf, evtl.?) wenn nicht sogar fischig..?

Ein drittes Mal wollten wir „etwas bekanntes“ essen, und bedienten uns daher des Menüs von Sukiya. Diese Restaurantkette spezialisiert sich auf das sehr günstige Angebot einer „Gyudon“ Portion, also einer Schale Reis mit eingekochtem, sehr dünn geschnittenen Schweinefleisch darauf. Begleitet wurde das ganze vom in Japan typischen „Salat“, welcher aus klein gehobelten Kohl besteht, sowie säuerlich eingelegtem Gemüse. Wie zu erwarten schmeckte alles genau gleich wie im Laden selbst – simpel und doch lecker!

Die letzte, bereits lang im Voraus geplante Bestellung, ging an Dominos, welches direkt neben unserem Hotel eine Filiale hatte. Meine „Quattro Happy“ Pizza bestand jeweils zu einem Teil aus „American“ (Salami), „Tropical“ (Hawaii), „Margherita“, sowie „Genovese“ (Kartoffeln mit Schinken und Parmesan…?). Gerade letzteres war sehr gewöhnungsbedürftig, und würde ich so niemanden empfehlen. Garniert wurde das Ganze mit einem Ceasar Salad (man beachte die Plastikfreundliche Verpackung), sowie einem Küchlein mit flüssigem Kern, der natürlich leider nicht mehr flüssig war, als ich dazu kam. Schade.

Preislich war eigentlich alles verkraftbar. McDonalds war am günstigsten (2.000JPY / 16EUR), gefolgt von Sukiya (2.400JPY / 20EUR) und Ootoya (3.000JPY / 25EUR). Auffällig herausstechend, und diese Kategorie dominierend, siegte die Pizza-Lieferung von Dominos (4.500JPY / 35EUR). (Liefer-)Pizza ist in Japan ein sehr teures Vergnügen!

Reis in rauen Mengen

In unseren Essenslieferungen dominierte vor allem der Reis. Fertige Lunchboxen oder Reisbällchen – uns war jede Form recht. Durch die große Auswahl and köstlichen Beilagen und Toppings oder Füllungen wurde es auch nie langweilig, wieder und wieder und wieder darauf zurück zu greifen.

  • Bento-Box – Meist eine große Portion Reis mit einer Fleisch- oder Gemüsebeilage. Kann kalt oder warm gegessen werden
  • Sushi-Box – In diversen Formen, Farben und Größen. Beinhaltet in der Regel diverse Fischportionen auf Reis
  • Onigiri – Reisbällchen (oftmals in dreieckiger Form), in der Regel mit „Nori“ Seealge umhüllt, mit unendlichen Möglichkeiten an Füllungen (zum Beispiel Tuna-Mayo, saure Pflaume (Ume), Lachs, Seetang, und vielem mehr)

Was für die Abwechslung

Auch wenn ich Reis und die ganzen daraus resultierenden Gerichte liebe – ein bisschen Abwechslung muss doch sein. Dafür kam uns insbesondere die weite Welt der Nudeln zu Hilfe.

  • Soba-Box – Eine Box mit Soba-(Buchweizen)-Nudeln. Wird oft kalt gegessen, zum Beispiel mit einer Dipping-Soße. Kommt in der Regel ohne Reis
  • Cupnoodles – berühmte japanische Instant-Nudeln, kommen in vielen verschiedenen Geschmacksrichtigungen, (z.B. Seafood, Curry, …) und sind in gerade einmal drei Minuten fertig!

Shopping done right

Natürlich kamen beim Einkaufen noch einige andere Dinge mit, neben den Reis- und Nudel Hauptmahlzeiten. Neben Snacks und Getränken genossen wir auch mal den ein oder anderen Apfel, eine Banane, oder ein bisschen Gurke. Im Schnitt liefen wir mit 3.500JPY (27 EUR) pro Lieferung denke ich ganz gut, da diese immer 2-3 Tage ausreichten (und ausreichen mussten).

Was sonst noch zu sagen bleibt…

Ein kleines Highlight war jedes Mal, die Chatsgruppe zu beobachten, in der alle „Quarantänler“, die über World Unite in dieses Hotel geschleust wurden, ihre Bestellungen für die Lebensmittellieferung aufgeben konnten.

Auffällig war dabei wie gesund eine Person im Vergeich zu uns wirkte (da sie Veganerin war, handelte es sich bei ihren Bestellungen immer um rein Obst und Gemüse), und wie Gewohnheitsorientiert andere waren (Brot/Toast und Marmelade wurde mehrfach genannt).

Herzhaft lachen konnten wir bei einer Bestellung von 20 Eiern und einem Salzstreuer (???), oder 10 Cupnoodels für eine Person (für 2 Tage bis zur nächsten Bestellung), oder dem sprachlichen Missverständnis, bei dem aus „drei Bananen“ plötzlich ein „drei Pack Bananen“ (a 5 Stück) wurde.

Kategorien: 2020japan

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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