Die ersten zwei Wochen unseres Japanaufenthaltes müssen wir aufgrund der neuen Corona-Vorschriften in Quarantäne verbringen. Doch wie versorgt man sich mit Nahrungsmitteln, wenn man das Hotelzimmer nicht verlassen darf?

Normalerweise wäre die Verpflegung bei einem Hotelaufenthalt ja kein Problem. Man kauft sich eben kurz ein paar Snacks und nimmt diese mit auf das Zimmer, oder man geht zum Essen kurz raus, um im gegenüberliegenden Ramen-Restaurant eine schöne heiße Nudelsuppe zu schlürfen. Hotelrestaurants und Frühstücksbuffets wären im normalen Angebot auch enthalten.

Doch während der uns vorgeschriebenen Quarantäne ist dies keine Option, da wir unser Hotelzimmer während der ganzen Zeit nicht verlassen dürfen. Wie kommen wir also an Essen, Trinken, und alles, was man sonst so benötigt?

Ganz grob kann man die Möglichkeiten in drei Kategorien einteilen:

Kalte Bento-Box aus dem Supermarkt

Option 1 – der persönliche Kurier

Da wir bei der Working Holiday Organisation „World Unite“ das Working Holiday Paket Japan gebucht haben, unterstützen diese uns während unserer Reise in allen möglichen Angelegenheiten. Eine davon kommt aktuell zu tragen, denn – dreimal die Woche geht ein Mitarbeiter von World Unite im Supermarkt Lebensmittel einkaufen, und bringt uns diese ins Hotel.

Damit wir auch nur das erhalten, was wir tatsächlich möchten, werden wir vorab gefragt, was gekauft werden soll. Die Kommunikation läuft dabei über den japanischen Messenger LINE, die Bezahlung erfolgt an der Hoteltüre in Bar.

Praktisch ist dabei, dass natürlich keine Lieferkosten anfallen, und durch die Einkäufe im größeren Supermarkt auch die günstigsten Preise für die Lebensmittel angetroffen werden. Nur als Beispiel – die 500ml Coca Cola Zero, die ich bei der Ankunft im Conbini (Mini-Supermarkt, meist 24/7 offen) gekauft habe, hat 140JPY gekostet. Dieselbe Flasche aus dem größeren, „regulären“ Supermarkt kostet 83JPY (1,11€ vs. 0,66€).

Zweierlei Sushi-Boxen

Ein möglicher „Nachteil“ könnte sein, dass man eben nur Montags, Mittwochs, und Freitags eine Lieferung erhält. Möchte man zwischendrin etwas haben, oder hat falsch kalkuliert – Pech. Da wir es jedoch aus Deutschland noch gewohnt sind, Speisepläne und strukturierte Einkaufslisten zu erstellen, ist das zu verkraften.

Das einzige „Seltsame“, das uns bereits aufgefallen ist – es ist deutlich schwieriger, sich Sachen zu bestellen, wenn man gar nicht weiß, was der Supermarkt überhaupt an Sortiment führt.

Option 2 – Supermarkt Lieferdienst

Ähnlich unserer Supermärkte bieten auch die japanischen Ketten an einzelnen Filialen einen Lieferservice an. Per Webseite oder App kann man die gewünschten Produkte in den Warenkorb legen, digital bezahlen, und liefern lassen – zum Beispiel über UberEats.

Dies haben wir bisher noch nicht ausprobiert, einfach weil der persönliche Kaufservice ausgereicht hat. Beim stöbern im digitalen Angebot wird zudem klar, dass die Supermärkte diese Lieferoption natürlich auch verrechnen. Die einzelnen Produkte sind etwas teurer als normal, und es kommt eine Liefergebühr von ein paar hundert Yen drauf.

Wir halten uns die Option jedoch offen, trotzdem irgendwann einmal so eine Bestellung ab zu setzen.

Option 3 – Lieferando Eats

Dem ein oder anderen mag es vielleicht schon aufgefallen sein, aber die ersten zwei Optionen behandeln nur Speisen und Lebensmittel, die man im Supermarkt finden kann. Und während die japanischen Supermärkte ein geniales Angebot an fertigen Lunchboxen und Nudelgerichten haben, so haben diese doch alle eins gemein – sie werden gekühlt gelagert und verkauft.

Während Conbinis und Supermärkte beim Kauf in der Regel anbieten, die Gerichte in der Mikrowelle aufzuwärmen, hilft uns das bei Einkäufen, die 2-3 Tage im Voraus geschehen, natürlich nicht.

Da unsere „Küche“ im Hotelzimmer lediglich aus einem Wasserkocher besteht ist selbst erwärmen außer bei Fertignudelsuppen daher auch nicht wirklich drin.

Doch auch dafür gibt es eine sehr simple Lösung – UberEats. Dabei handelt es sich im Prinzip um das „Lieferando“ Japans. Restaurants bieten ihre Speisen mit einer Liefer-Option an, und Uber Fahrer bringen diese vom Restaurant zur Haus- oder Wohnungstüre.

Genutzt haben wir dieses Angebot bisher einmal, um bei Ootoya, einem Restaurant mit simplen klassischen japanischen Gerichten, unser erstes „richtiges“ warmes Essen zu bestellen. Eine Bezahlung mit PayPal und eine halbe Stunde Wartezeit später schwang sich unser Kurier auf sein Rad, und wir konnten ihm im Live-Tracking von UberEats auf seiner Tour zu uns digital zuschauen. Ein Spaß für die ganze Familie..!

Das darf auch erwähnt werden

Nicht richtig eine vierte Option, aber trotzdem nett, ist unser Hotel. Jeden Tag erhalten wir zwei 0,5L Wasserflaschen sowie je nach Tagesform wechselnd mal Grüntee oder Aufbrüh-Kaffee vor das Zimmer gestellt. Einfach als Abwechslung gegenüber der selbstgekauften kühlen Getränke ist das auch ganz nett.

Das Essen bis jetzt

Inzwischen haben wir drei volle Tage im Hotel gespeist und gelebt, was natürlich noch nicht allzu viel ist. Unsere Kost ist stark geprägt von Reis-Gerichten aus dem Supermarkt – superleckere Sushi-Boxen, eine Unmenge verschiedener Onigiri (Reisbällchen), sowie Reis-Bentos (Lunchboxen mit Reis und Fleisch oder Gemüsebeilagen) – und den berühmten Cupnoodles Fertigsuppen. Zur Abwechslung streuen wir auch mal einen Apfel oder eine Gurke rein, einfach um etwas saftiges knackiges beißen zu können.

Cupnoodles

Was die nächsten 10 Tage noch kommen wird, werden wir sehen (und berichten). Eins ist aber schonmal sicher – die Freude auf die „Befreiung“ aus der Quarantäne, um selbst durch Supermärkte und Restaurants stöbern zu können, steigt von Tag zu Tag an. Aber ein bisschen Warten müssen wir noch…

Kategorien: 2020japan

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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