Es ist endlich soweit. Nach drei Monaten in Tokio kommt der Tag der Tage – die Reise geht los, es geht gen Westen. Über die nächsten Wochen (Monate?) erkunden wir bislang unentdeckte Ecken in Japans Westen, der mehr enthält, als einfach nur Kyoto. Den Start macht dabei die Stadt Atami.

Alles beginnt mit dem Check-Out aus unserer bisherigen Bleibe. Ein letzter wehmütiger Blick, und Tokio wird hinter uns gelassen. Mit Koffer und Rucksack bestückt geht es in die Bahn, von Uguisudani bis Shinagawa. Einen Abstecher an den Ticketschalter später sind wir schon auf dem Weg zu unserem schnellen und faszinierenden Transportmittel: mit dem Shinkansen geht es bei 280 km/h in Windeseile direkt nach Atami.

Die Stadt Atami

Atami ist für uns der Einstiegspunkt in die Halbinsel Izu. Und scheinbar nicht nur für uns – hier wimmelte es nur so von japanischen Touristen, die den Strand- und Urlaubsort als Tagesausflugsziel von Tokio aus besuchen. Einen Strandspaziergang und einen Eisbecher später haben wir auch die Zeit bis zu unserem nächsten Check-In überbrückt. Denn mit schwerem Reiserucksack und großen Koffern wollen wir die am Hang gelegene Strandstadt sicher nicht weiter erklimmen. Dank kurzem Stopp im Hotel vom Gewicht losgelöst und einen kurzen Fußweg weiter liegt unser erstes Reiseziel vor uns.

Atami Castle

Mit dem „Atami Ropeway“ (eine Seilbahn) erklimmt man den Berg, auf dem die Burg Atami steht, im Nu. Die einfache Fahrt nach oben kostete uns 400JPY im Vergleich zu einem Round-Way-Ticket von 700JPY, welches wir aufgrund unserer vorab geplanten weiteren Route nicht wollten.

Die Burg selbst haben wir nur von außen bestaunt – mit Kirschblüten auf allen Seiten und einem herrlichen Ausblick über die Küste konnte man die Szenerie wunderbar genießen. Im Inneren wäre sicher auch noch das ein oder andere zu sehen gewesen, und außerdem konnte man auf oberster Ebene nochmals erhöht aus dem Fenster schauen. Doch frühere Besuche von anderen Burgen haben unseren „Burges Innere“ Hunger soweit gestillt, sodass wir direkt weitergehen konnten.

Akao Herb & Rose Garden

Als nächstes Ziel stand der oben genannte Kräutergarten auf dem Plan. Nachdem wir in Kobe bereits eine solche Anlage gesehen hatten, hatten wir Lust auf weitere schön angelegte Grünanlagen mit einem schön angelegten Laufweg. Von der Burg Atami kann man zu Fuß zum Garten kommen… doch der Weg ist etwas abenteuerlicher, als wir es auf Google Maps erwartet hatten. Steil bergauf und steil bergab ging es durch sehr un-touristenhafte Bergstraßen. Als Wanderroute eigentlich ganz lustig, so rückblickend betrachtet. Zum Zeitpunkt des Laufens jedoch, als man wieder einen steilen Anstieg vor sich hatte… nun ja 😉

Zum Herb & Rose Garden selbst kann ich übrigens überhaupt nichts sagen. Als wir ankamen hatte die Anlage gerade geschlossen (die Öffnungszeiten von Google Maps wurden wohl nicht aktualisiert), und außerdem hätte der Eintritt 1.100JPY pro Person gekostet… Hallo? 10 Euro Eintritt für eine relativ kleine Grünanlage? Das hätten wir vermutlich nicht einmal gezahlt, wenn sie noch offen gehabt hätten.

Zum Glück unserer Füße fuhr an der Straße direkt unter dem Herb Garden ein Bus zurück zum Bahnhof Atami. Dort genossen wir die Möglichkeit, ohne Gepäck nochmal ein paar Einkaufsstraßen und Seitengassen erkunden zu können, bevor wir uns für ein sehr unspektakuläres erstes Reise-Abendessen bei McDonalds entschieden. Enttäuscht, dass es keine extravagante japanische kulinarische Köstlichkeit ist? Dein Pech 🙂

Als letzten Abstecher hielten wir noch bei einem 7-eleven Supermarkt („Conbini“) auf dem Weg zurück ins Airbnb-Hotel, um uns mit kleinen Knabbereien und Getränken für die Nacht abzudecken. Nach unserer Wandertour sowie dem ganzen Gepäck Gezerre war der Tag so schnell und doch sehr ereignisreich vorbei, und es ging bald sehr erschöpft ins Bett.

Airbnb – Guest House Izunoumi

Unser Atami-Airbnb war das „Guest House Izunoumi“, wobei es sich um ein kleines aber feines Hotel in der Nähe vom Strand handelt. Zu Fuß ist das Hotel vom Bahnhof aus super zu erreichen (es geht ja immerhin bergab…), und dank Google Maps auch sehr einfach zu finden. Mit Parkplätzen vor dem Haus können die Besucher gemütlich anreisen und ankommen.

Dank unserer Buchung über Airbnb war bereits vorab alles bezahlt. Beim Check-In sagte ich daher nur „wir haben über Airbnb ein Zimmer gemietet“, und schwupps, schon konnten wir unser Zimmer im vierten Stock beziehen. Ausweise oder sonstiges haben den alten und gemütlichen Hotel-Opa hier überhaupt nicht interessiert. Die einzige Information war noch ein kurzes „Check-Out bis 10 Uhr, lasst den Schlüssel beim Gehen einfach auf dem Tresen liegen“, schon konnten wir unser Gepäck aufs Zimmer schleppen und hieven. Simpel is Best.

Das Zimmer selbst war simpel, aber hübsch und gemütlich. Zwei Einzelbetten mit kuscheliger weich-schwerer Decke waren nach unserem Wanderausflug unser Hauptaugenmerk, doch auch die kleine Duschkabine, das winzige Klozimmer, sowie die Sessel am Couchtisch und der Kühlschrank für die Getränke wurden dankend angenommen. Mit allem ausgestattet, was wir so für eine Nacht brauchten, ging der Tag dann auch schon zu Ende.


mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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