Dieses Jahr sollte besonders werden – das „Next Level“ eines Japan-Aufenthalts, das man so nicht oft sieht, und auch nicht oft machen kann. So zumindest der Plan…
Der Grundstein wird gelegt
Während unseres letzten Japan-Aufenthalts im Mai 2019 wurde eine Aussage in den Raum geworfen, welche Grundstein der gesamten weiteren Planung wurde. In etwa lautete sie: „Wow, Japan ist so schön! Können wir nicht länger hier bleiben?„. Gesagt, geplant!
Nach der Heimreise folgten diverse Überlegungsabende – wie lange ist für uns denn „länger“? Der einmonatige Besuch war bereits etwas Besonderes, sollten es diesmal 3 Monate werden? Oder etwa 6 Monate?
Schlussendlich fiel nach wenigen Wochen des Absprechens die Entscheidung – 1 Jahr Japan soll es sein. Wenn schon, denn schon.

Das Working Holiday Visum
Doch wie kann man überhaupt 1 Jahr in Japan sein? Das reguläre Touristenvisum, welches man bei der Einreise ins Land ohne vorherigen Papierkram erhält, gewährt Landesaufenthalte für 90 Tage (bzw. 180 Tage, wenn man es vor Ort verlängert) – definitiv nicht ausreichend. Über die deutsche Firma nach Japan entsendet werden, bei einer japanischen Firma angestellt werden, oder sich an einer japanischen Universität einschreiben war für uns auch keine Option; immerhin wollten wir reisen, mobil sein, das Land in allen Farben und Facetten erleben! 40 Stunden die Woche im Büro sitzen, oder jeden Tag die Schulbank drücken, hätten da nicht dazu gepasst. Da wir auch nicht vor hatten, uns jeweils einen japanischen Ehepartner zu suchen, blieb nur noch eine Option – das „Working Holiday“ Visum.
Dieses Visum ermöglicht es jungen Erwachsenen unter 30 Jahren, für ein Jahr nach Japan zu reisen. Während man ein „Working Holiday“ hierzulande meist eher mit Australien, den USA, oder Neuseeland in Verbindung bringt, bietet auch Japan dieses Visum-Modell an. Grundsätzlich möchte man es jung-erwachsenen damit ermöglichen, das Land zu bereisen & zu erleben („Holiday“), und sich die entstehenden Unkosten nebenbei verdienen zu können („Working“).

Unser Plan für 2020/21
Nun war es also soweit, das Visum und die organisatorischen Feinheiten waren geklärt. Es blieb nur noch eins übrig – 12 Monate Japanaufenthalt wollten verplant werden!
Den Anfang machte ein Sprachschulbesuch. Denn: wie könnte man einen Auslandsaufenthalt besser beginnen, als drei Monate vor Ort die Schulbank zu drücken und jeden Tag die Sprache beigebracht zu bekommen? Eben. Mit der ISI Japanese Language School war dann auch schnell eine Schule mit entsprechendem Kurs gefunden und gebucht, die Vorfreude stieg!
Durch den Schulbesuch war klar, dass wir die ersten drei Monate (Oktober – Dezember) im Umkreis von Tokyo bleiben würden, da die Sprachschule in Ikebukuro ist. Dem wurde noch ein Monat hinzugefügt (Januar), um nicht zum Jahreswechsel im tiefsten Winter „umziehen“ zu müssen, und noch etwas Tokyo-Freizeit übrig zu haben.
Der Rest des Aufenthaltes (Februar – September) sollte dann vor Ort relativ variabel gefüllt und geplant werden. Als grobe Richtung hatten wir uns den Südwesten (Hiroshima, Fukuoka, Shikoku, und vieles mehr) gesetzt, da ich 2018 bereits in Tohoku (Nordosten) war. Irgendwann würden auch Freunde und Familie vorbei kommen, teilweise Tokyo besuchen, teilweise mit auf dem Land herumreisen. Mit Bus und Bahn sollten die Landschaft und das Landleben Japans entdeckt werden, abseits der „0-8-15-Touri-Ziele“.

… doch dann kam das Ding mit „C“
Nach der „offiziellen Bekanntgabe“ unserer Pläne und Reise (Januar) und weiterer Detailplanung und Vorbereitung (Februar-März) passierte dann das, das niemand erwartet hatte. Im März 2020 begann Corona, Europa zu treffen.
Als würde man die „Sieben Stufen der Trauer“ durchleben, beobachtete man die folgenden Monate mit wechselnden Gefühlen. Die „Erkältung“ (*), welche „im Prinzip ja eine Grippe ist“ (*), und dann doch „schlimmer als die Grippe“ (*) wurde, traf mehr und mehr Menschen. Der Lockdown folgte. Die Zahlen stiegen. Europa machte die Grenzen dicht. Die gesamte Welt verhängte Einreisesperren, lies Personen aus „Risikogebieten“ nicht mehr rein. So natürlich auch Japan.
(*) Diese Aussagen beziehen sich auf das beschränkte Wissen und Verstehen des Corona-Virus von März/April. Das Virus ist grausam und gefährlich, und sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Tragt eure Masken und bleibt gesund!
Bis heute hat Japan eine Einreisesperre. Diese wandelt sich von Monat zu Monat, entsprechend neuer Zahlen und neuer Erkenntnisse. So durfte Anfangs niemand nach Japan einreisen, außer man hatte die japanische Staatsangehörigkeit. Auch Ehepartner, Personen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung, oder fest Angestellte wurden abgewiesen.
Diverse Lockerungen später ist es den oben beschriebenen Gruppen wieder erlaubt, nach Japan zu gelangen. Die letzte Lockerung umfasste beispielsweise Personen, die an einer japanischen Universität eingeschrieben sind, sowie erste Vorbereitungen für Olympische Athlethen.
Unser Working Holiday Visum ist bisher (29.09.2020) noch nicht wieder freigegeben.

Was jetzt?
Für uns heißt das, dass all unsere bisherige Vorbereitungen – der Flug, die Sprachschule, die Wohnung – teils von uns, teils von der Gegenseite, gecancelt wurden. Dabei verlief bisher alles glimpflich, wir haben unser Geld ohne Stornierungskosten oder ähnliches zurück erhalten, worüber wir wirklich froh sind.
Statt also am 30.09.2020 wie geplant in den Flieger zu steigen, unseren Eltern ein letztes Mal zum Abschied zu winken, und in die Lüfte gen Osten abzuheben, bleiben wir für’s erste hier. In Deutschland.
Unsere Hoffnung liegt weiterhin darauf, dass die kommenden Lockerungen der Einreisesperre Japans unser Visum beinhalten werden. Wann dies geschehen wird, ist leider noch nicht absehbar, doch wir warten, und machen das Beste aus der Situation. Updates folgen 🙂
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