Wie wäre es Mal, eine Burg zu besuchen, die gar nicht mehr dort ist, wo sie mal war, aber trotzdem noch Original ist…? So wirr es auch klingt, genau das stand heute auf dem Plan!

Die Burg Hirosaki

Im Burg umliegenden Park gibt es neben schönen, großen, und vermutlich auch sehr alten Bäumen auch einige kleine Seen zu bewundern. Darin schloss ich fast einen neuen Freund, als ich eine auf dem See herfliegende Ente mit „quak wuak wuak“ Geräuschen begrüßte, und diese sich wirklich für mich interessierte! Mit kleinen, unsicheren Schritten kam mir die süße Maus immer näher, bis es ihr dann wohl doch etwas zu unsicher wurde, und sie wieder davon flatterte. (Zum Glück war kein anderer Mensch in der Nähe, der die komische Ausländerin dabei beobachtet hat, wie sie den See anquakt… 🙂 )

Eine verhältnismäßig sehr kleine Burg ziert die Stadt Hirosaki. Wie ich heraus fand hatte ich mit meinem Besuch Glück, wurde sie doch vor nicht allzu langer Zeit von ihrem Ursprungsort an ihren jetzigen Aufenthaltsort bewegt und war zu dieser Zeit nicht zu besichtigen. Die Gründe für den Umzug konnte ich vor Ort nicht herausfinden, ich würde jetzt darauf tippen, dass der alte Standort, der direkt an einer Mauer zum Fluss hin war, vielleicht instabil wurde. Durch die hindurchlaufenden Menschenmassen brüchig, oder den darum herum befindlichen Wassergraben morsch geworden war. Welche Gründe auch immer es hat, die Bilder und Videos vom Umzug selbst sind sehr beeindruckend. Da steckt echt einiges dahinter, so ein Gebäude unverletzt zu bewegen. Die hydraulischen Einheiten, die zum Einsatz kamen, sowie weitere Umzugshelfer sind im Inneren als Ausstellung zu besichtigen. Auffällig ist ebenso das Stahlgerüst, das noch immer im Gebäudeinneren ist, und mit dem schwarzen-Stahl-auf-hellem-Holz einen sehr starken Kontrast ergibt.

Im Obergeschoss sieht man neben einer Bildergalerie des Schlosses zu unterschiedlichen Jahreszeiten auch ein Miniaturmodell der ursprünglichen Anlage. Ganz klein im Eck steht dabei das jetzt noch zu besichtigende Türmchen, das im Kontrast zu dem Gesamtwerk vermutlich verblasst wäre.

Lustige Obsterkenntnisse

Für Japan-bewanderte ist es kein Geheimnis, dass Obst in Japan teuer ist. Gerade in Großstädten, oder da, wo es nicht direkt angebaut wird, zahlt man gut und gerne mal JPY500 für drei Äpfel! Doch muss man dem ganzen Obst zusagen, dass es immer tip top aussieht, richtig saftig-gut schmeckt, und oft sogar verdammt groß ist! Ein Grund dafür könnte eventuell sein, dass das Obst nicht erst im Laden repräsentativ und schick in einzelnen Tütchen, Förmchen und mit Schutzfolie verpackt wird, sondern bereits am Baum Einzelbehandlung erhält! So waren beispielsweise alle Apfelbäume und Weinreben, an denen ich vorbei kam, relativ klein gehalten, frühzeitig selektiert, und schon am Baum in einzelnen Tüten verpackt! Ich hatte (noch?) nicht die Möglichkeit, einen Bauern danach zu fragen, doch kann ich mir vorstellen, dass dadurch Wetter-Extreme, Ungeziefer und andere schlechte Einflüsse ferngehalten werden sollen. Egal, was sie machen – es funktioniert auf jeden Fall, und kostet am Ende eben seinen Preis.

 

Viele viele tolle Seen… vermutlich?

Die Fahrt zum Juniko Visitor Center dauerte durchaus seine Zeit, und gerade auch der späten Abfahrszeit geschuldet (ich habe noch weitere Blogartikel fertig geschrieben, während ich in Hirosaki war), war das Visitor Center bereits geschlossen, als ich ankam. Das war meiner Meinung nach kein wirkliches Hindernis, sind Seen doch ziemlich öffentlich und man kann sie auch so besuchen. Tatsächlich stellte sich aber heraus, dass die Straße, die an den Seen vorbei führte, etwas weiter oben am Berg lag, wodurch man nur aus etwas Entfernung auf die Seen sehen konnte. Auch die hereinbrechende Dunkelheit und die umliegenden dichten Wälder halfen nicht dabei, einen schönen Ausblick erhaschen zu können. Daher nahm ich mit, was ich sehen konnte, und setzte meine Fahrt relativ kurzfristig zur Nachtstation fort. (Seen und ich wollen auf dieser Reise irgendwie nicht so… :D)

Ein Halt im Nichts

Die letzte Rast in der Präfektur Aomori hieß Hachimori (八森, acht Wälder), und lag ziemlich weit im Nichts. Ich hatte mir ernsthaft überlegt, noch eine Station weiter zu fahren, da ich kein Mittag- und Abendessen hatte, und es an dieser Station sprichwörtlich nichts gab. Doch die Müdigkeit, Lustlosigkeit und Erschöpftheit eines langes Tages forderten ihren Zoll, weshalb ich auf einer Gurke kauend Pläne für das Mittagessen am nächsten Tag schmiedete.

Daten

Kalendertag 14.08.2018
Reisetag 18
Kategorien: 2018japan

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

2 Kommentare

Katja · 18. August 2018 um 17:21

Habe eben versucht, mir diese Tütchen an unseren Apfelbäumen vorzustellen.

Und laut gelacht :-)))

    mangakania · 19. August 2018 um 01:20

    Gell 🙂 vor allem würde ich den auslachen, der die alle dran macht. Über Stunden. Und Stunden. (Das gäbe ganz schön Muskelkater!)

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