Das Tokyo des Nordens ist durchaus anschauenswert – daher plante ich für den Bereich um Sendai etwas mehr Zeit ein.

Sendai im (beinahe) Normalzustand

Meiner frühen  Parkplatzroutine sei Dank ist auf jedem Parkplatz, den  ich mir im vorherein heraussuche, auch immer noch ein Platz frei, wenn ich dort ankomme. Der diesmal ausgewählte war nah am Bahnhof Sendai gelegen, und hatte ein Tagesmaximum von JPY1.000. Ob das im Vergleich zu anderen Parkplätzen jetzt besonders günstig ist, weiß ich nicht – aber unter 10€ für den ganzen Tag finde ich in einer Hauptstadt einen guten Deal (vor allem da es ein MAXIMUM ist. Bei stündlichen Beträgen kann man sich ja doch Mal verschätzen).

Am Bahnhof Sendai organisierte ich mir bei der Touri-Info einen Area Pass, der für den gesamten Tag das Netz der Bahnen und Busse rund um Sendai öffnet – für JPY1.300. Zukunfts-Ines verrät jedoch, dass sich das Ticket für mich tatsächlich nicht gelohnt hat. Mit Einzeltickets wäre ich bei 2x260JPY rausgekommen, aber naja. Egal. (Der Area Pass ist nur für Ausländer mit gültigem Reisepass erwerbbar. Man kann ihn auch wieder zurückgeben, falls er nicht benutzt wurde. „Benutzt“ wird er nur bei einer Fahrt mit der Bahn, hätte ich also etwas geschummelt, hätte ich die Busse umsonst fahren können…)

Mit dem Sendai Loop Bus bin ich einmal um die Stadt gefahren, was etwas über eine Stunde dauern soll. Genau weiß ich es jedoch nicht, denn der Idee der Route nach, bin ich an diversen Stationen ausgestiegen. Eine davon war die „Burg Sendai“, beziehungsweise dessen ehemalige Stätte. Man hat von dort oben einen herrlichen Blick auf die gesamte Stadt, weshalb Masamune Date damals auch diesen Ort ausgewählt hatte. Eine Statue des Kriegsherrn, hoch zu Ross, überblickt seinen Berg noch heute. Daneben ist im Boden der Umriss des ursprünglich dort angesiedelten Gebäudes abgebildet, inklusive Benennung der Räume per Schild auf dem Boden.

Zum Mittagessen habe ich mich in ein kleines, berühmtes Lokal in einer Seitenstraße niedergelassen. Dessen Spezialität ist „gyuutan“ (牛たん), Rinderzunge. Diese wird frisch auf dem Grill zubereitet. Als Menü kann man sich nur entscheiden, ob man denn drei, vier oder mehr Stückchen Zunge möchte. Begleitet wird diese von (etwas wildem?) Reis, einer Misosuppe, sowie etwas eingelegtem Gemüse. Für JPY1.500 finde ich das einen guten Deal. Geschmacklich war die Zunge lecker. Durch die Einschnitte des Kochs werden die zähen Muskeln aufgeweicht, was das Kauen deutlich erleichtert. Trotzdem bleibt Zunge verhältnismäßig zäh, weshalb sie vermutlich nicht mein Lieblingsfleisch wird 😉

Rinderzunge, eine lokale Spezialität

Über den Wolken (eieiei)

Einen wunderschönen Blick auf die Stadt ermöglicht der 31. Stock des AER Gebäudes direkt neben dem Bahnhof. In zweierlei Richtungen kann man eine beeindruckende Sicht genießen. Der Zutritt ist kostenlos, jedoch muss man wissen, dass nur ein Aufzug tatsächlich auf dieses Stockwerk führt. Dieser ist nicht im Einkaufszentrum, wie ich anfänglich dachte, sondern im „dahinter“ liegenden Bürobereich.

Auf dem Weg von der Aussichtsplattform zurück in die Stadt blieb mein Blick an Plakaten für einen im Juni neu eröffnet Laden hängen. Es handelt sich dabei um den Jump Store, einen Merchandise Laden für aktuelle Jump-Serien. Natürlich musste ich mir diesen anschauen. 😉 Im Inneren ist er sehr eng bestückt, während einem Anime-Openings um die Ohren fliegen. Von aktuellen Rennern wie One Piece, Haikyuu und Boku No Hero Academia bis zu Sonderhits wie Bleach (eine Real-Verfilmung läuft gerade an) und sogar Rurouni Kenshin waren viele Titel vertreten. Gleich ins Auge gefallen ist mir auch Kimetsu No Yaiba, das gerade seinen Anime bekommt. Effektiv gekauft habe ich dann doch nichts (puh!), aber lustige Goodies gab es durchaus!

Als kleine Verschnaufpause für die Füße schnappte ich mir einen nahegelegenen Starbucks, holte eine kalte Schoki, und nutzte deren freies WLAN, etwas an den Blog-Artikeln weiter zu arbeiten. Auch mit ein floss die genauere Planung der nächsten Tage – eher in Sendai bleiben, und von hier nach Matsushita fahren, oder in der Nähe von Matsushima schlafen, und nach Sendai fahren? Fragen über Fragen begleiten einen bei so einer Reise.

Oh holde Sucht

Ich habe für diese Reise ein spezifisches Ziel – ich möchte die letzten noch fehlenden Bände von Ikki Tousen kaufen, da deren Veröffentlichung in Deutschland nicht mehr passieren wird. Meine Anlaufstelle Nummer eins dafür ist eine Kette namens „Book Off“, die (gebrauchte? verletzte?) Bücher günstig weiter verkauft. Dort habe ich 2011 bereits meine knapp 250 japanischen Manga erworben, und dabei soll es natürlich nicht aufhören. Gefunden habe ich sie in diesem Book Off leider nicht, jedoch schnappte ich mir xxxHolic von CLAMP. Leider muss ich gestehen, dass ich meinen wunderbaren Fang noch gar nicht fotografiert habe! Na sowas! Daher muss euch dieses Video reichen (Entschuldigt das Hochformat!!!).

The same procedure as every night


Nach dem Vergnügen kommt das Vergnügen, und so zog es mich abermals in ein Sento. Dieses hat den Untertitel „Großbad“ von Google wirklich verdient, denn hier war. was. los!!! Meine Güte. Wenn ich sage, dass hier locker 100 Frauen auf einmal im Bad waren, ist das keine Übertreibung. Das hatte etwas von Massenabfertigung, und so viel Erholung war hier wirklich nicht zu holen. Aber hey, man wurde sauber, und konnte auch mal sehen, dass Sento nicht immer nur klein sein müssen…

Um für den nächsten Tag möglichst wenig Anfahrt zu benötigen zog es mich am Abend in ein etwas nördlicher gelegenes Michi No Eki, dem Osato Furusato. Dieses war für mich relativ uninteressant, habe ich dort doch lediglich nur geschlafen – daher gibt es weder spannende Erzählungen noch Bilder zu teilen (Entschuldigung 😉 ).

Daten

Kalendertag 04.08.2018
Reisetag 8

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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