Im Voraus kann man zwar viel kalkulieren, aber es interessiert einen doch, was man letztendlich tatsächlich gezahlt hat. Anbei ein kleiner, kategorisierter Überblick meiner Reisekosten.

Vor der Reise

Diese Kosten hatte ich ja bereits ausführlich aufgeschlüsselt (Kosten meiner Reise vor Reiseantritt), daher wiederhole ich hier nur kurz die Summen.

Kosten für Gepäckstücke, Elektronik, und anderen Krimskrams

(bei jeder Person anders)

1.115,82 EUR
Flug, Hotspot, Dokumente

(sollte man einkalkulieren)

1.003,42 EUR

Während der Reise

Die folgenden Summen habe ich die gesamte Zeit über in einer Tabelle gesammelt. Es fehlen jedoch auch Beträge. Beispiele dafür sind zum Beispiel PET-Flaschen an den Getränkeautomaten, wo ich irgendwo den Überblick über bereits eingetragene und noch ausstehende verloren habe. Auch die Badbesuche und Eintritte der letzten Tage sind etwas unregelmäßig dokumentiert, da ich hier insgesamt selten einen Kassenzettel bekam, und manchmal vergessen habe, es gleich einzutragen. Shit happens 🙂

Als kurze Exkursion: Ich habe nur sehr wenig Yen in Deutschland wechseln lassen. Der Wechselkurs der meisten Banken ist horrend, da seid ihr wirklich besser dran, an den Conbini-ATMs regelmäßig Geld abzuheben. Ich habe beispielsweise immer kleine Summen von 30.000JPY oder 50.000JPY an den ATM auszahlen lassen (maximal geht 100.000JPY auf einmal), das kam auf meinem Konto dann als 2375EUR oder 397EUR (5EUR Gebühr pro Auszahlung) an. Auch dabei galt jedoch, dass der Wechselkurs sehr stark schwankte. Meine 50.000JPY Auszahlungen gingen beispielsweise von Wechselkursen von 128,6JPY (393EUR) zu 124,94JPY (405EUR) und 127,36JPY (397EUR). Trotzdem fahrt ihr hier besser als mit den deutschen Banken, glaubt es mir… ihr könnt dort ja scherzeshalber mal nachfragen.

Disclaimer: Ich gehe in den folgenden Tabellen von einem festen Wechselkurs von 1 EUR = 130 JPY aus, und schneide manchmal kleine Kommabeträge zwecks der Lesbarkeit ab.

Summen der gesamten 31 Tage
Miete des Vans und Führerscheinübersetzung 234.000 JPY 1.800 EUR
Tanken 48.442 JPY 372,63 EUR
Manga Käufe 17.511 JPY 134,70 EUR
Mitbringsel für Freunde, Familie und mich 73.403 JPY 564,64 EUR
Sonstige Ausgaben (Essen, Baden, Einkaufen, Eintritte, …) 127.344 JPY 979,57 EUR
Summe während der Reise 500.700 JPY 3.851,54 EUR

Dazu die andere Perspektive:

Summen für jeden einzelnen Tag
Miete des Vans und Führerscheinübersetzung 7.548,39 JPY 58 EUR
Tanken 1.562,65 JPY 12 EUR
Sonstige Ausgaben (Essen, Baden, Einkaufen, Eintritte, …) 4.107 JPY 31,60 EUR
Summe während der Reise 13.218,04 JPY 101,68 EUR

Ein kurzer Abstecher zum Tanken

Ich bin auf meiner Reise diesmal 3.224 km gefahren. Mein Van war mit einem Verbrauch von 10L/100KM angegeben, den ich bestätigen kann. An Berg-lastigen oder Stadt-intensiven Tagen kam ich eventuell mal auf einen höheren Durchschnitt, jedoch schaffte ich es an ebenerdigen, ruhigen, ländlichen Tagen auch auf 9L/100KM!

Zu erwartende Kosten eines solchen Japanurlaubs

Ganz grob bleibt also zu schließen, dass man mit etwa 100 EUR pro Tag rechnen sollte, wenn man einen Road Trip in diesen Rahmenbedingungen plant. Ausgaben wie Mitbringsel oder eigenen Krimskrams (ich habe mir mal für über 250 EUR Kopfhörer gebraucht, das würde hier natürlich jeden Durchschnitt zerstören) lasse ich dabei außen vor. Zusätzlich zu beachten ist:

  • Der Flug mit seinen organisatorischen Kosten (etwa 32 EUR pro Tag) wurde hier nicht einbezogen. Es ging wirklich um die laufenden Kosten!
  • Mein Mietpreis vom Van und vom Wifi-Hotspot hatten beide große Ersparnisse, weil ich als Long-Term (>30 Tage) und Early Bird (besonders früh buchen) Rabatte erhalten habe. Früh organisieren lohnt sich also!
  • Beim Tanken bin ich gerade unschlüssig. Bei Japan Campers wurde mir gesagt „Der Sprit ist gerade so günstig wie sonst nie!!! Total toll!!“, während sich einzelne Japaner auf den Raststätten beschwert haben, dass der Sprit gerade so teuer ist. Wirklich sicher bin ich mir aber in einem: Tankt nicht in den Bergen (teuuuuer!!!), und beobachtet ein bisschen das Verhalten. Ich bilde mir ein, dass der Preis am Wochenende und am Morgen teurer ist, als beispielsweise unter der Woche am Abend.
  • Man kann etwas sparen, wenn man zum Beispiel selbst kocht, oder Lebensmittel vorwiegend in den Supermärkten kauft. Auch ein Verzicht auf kleine PET-Flaschen aus dem Getränkeautomaten senken die Kosten. (Bedenkt: Coca Cola Zero, 500ml, 140JPY aus dem Automaten, 120JPY im Conbini, 85JPY im Supermarkt!)
  • Ausgaben für Koffer, Kamera, kleine Reisetaschen, und sonstiges Zubehör, das einem die Reise leichter macht, fließen in die 100EUR pro Tag nicht ein. Da ist jeder selbst sein Meister und weiß, was er bereits daheim hat, oder was man sich neu anschaffen muss.

Als letztes Fazit bleibt mir nur noch zu sagen: Kalkuliert nicht zu knapp und geizt nicht zu sehr! Ganz ehrlich, wie oft kommt man als Deutscher schon nach Japan. Natürlich könnt ihr mit dem Ziel hingehen „pro Tag gebe ich nur 50EUR aus MUHAHAHAHA!!!“ (schreibt mir dann bitte, wie ihr das geschafft habt 🙂 ), aber kommt schon. Ihr seid im Urlaub. Ihr wollt etwas erleben. Das Land sehen. Erfahrungen mitnehmen. Die lokale Küche probieren (Spaghetti mit Tomatensoße könnt ihr daheim dann die nächsten Monate kochen!). Geht raus, genießt die Zeit. Japan ist ein so tolles Land, mit so viel zu entdecken!

Kategorien: 2018japan

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

2 Kommentare

Edgar · 5. September 2018 um 17:23

Heute war ich bei JAF und habe die Übersetzung meines Führerscheins abgeholt. Jetzt darf ich in Japan fahren 🙂 Vielen Dank für den Tip.

    mangakania · 5. September 2018 um 18:19

    Freut mich, dass das so schnell geklappt hat 🙂 und viel Spaß auf der Fahrt!

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