Nachdem man Wochen über Wochen in der Metropole verbracht hat, möchte man ja doch etwas Natur erleben. Und was bietet sich da besser an, als DAS Wahrzeichen Japans – der Berg Fuji? Anbei ein Einblick in unser Erlebnis, ohne, den Berg selbst bestiegen zu haben!

Bergsteigen gehört sicher nicht zu meinen Interessen, und gerade die Besteigung des Fuji habe ich aus Videos und Berichten heraus als anstengend, überfüllt, und insgesamt nicht ganz so überzeugend wahrgenommen. Nicht zuletzt, da der Berg aufgrund seiner Höhe und den Wetterbedingungen nur zu bestimmten Zeiten überhaupt bestiegen werden darf, ist dieser nämlich unglaublich überfüllt, inzwischen sogar stark vermüllt, und den „romantischen, einsamen, ruhigen Sonnenaufgang“ erlebt man mit hunderten anderen Schaulustigen. Zudem ist es ja auch so – wenn man auf dem Fuji ist, dann hat man den Fuji gar nicht im Bild!

Unser Plan am See

Aufgrund meines letzten „Fuji-Besuchs“ 2011 wusste ich, dass der Berg aus der Entfernung richtig schön aussieht. Und man auch an einer Seilbahnstation eine wunderbare Zeit haben kann! Um etwas Abwechslung in die Sache zu bekommen, saßen wir dieses Jahr jedoch nicht so rum, sondern schwangen uns auf die Sättel!

Mit den hochwertigsten Modellen, die man sich nur vorstellen kann (wobei diese fast schon top-notch sind, im Vergleich zu manchem japanischen Privatgefährt), ging es für uns los aus der Stadt Kawaguchiko heraus, und direkt an den See Kawaguchi.

Die Umrundung umfässt ziemlich genau 20 Kilometer und ist enorm gut ausgeschildert. Wir hatten unser Bike Rental um 12:30 abgeschlossen und bis 17:30 Zeit, bevor wir unsere Räder wieder abgeben mussten. Aufgrund des mehr als geringen Zeitdrucks und der gemütlichen Strecke entschieden wir uns alle gegen ein E-unterstütztes Rad, und traten brav selbst in die Pedale, was uns auch massiv Geld einsparte. Der Radverleih für ein normales Bike für die Dauer eines Tages lag nämlich bei 1.500 Yen (etwa 12 Euro), während ein E-Bike 4.000 Yen gekostet hätte.

Das Ding mit dem Wetter

Als wir gerade angekommen waren, war die Enttäuschung enorm – der Fuji war nicht zu erkennen (Bild oben). Das Wetter ist nunmal nicht zu beeinflussen, und immer ein Glücksspiel. Mit etwas Enttäuschung im Herzen schwangen wir uns also auf unsere Räder, und begannen die Tour.

Das Wetter per se war ein absoluter Traum. Die Temperatur stieg bis maximal 26 Grad Celcius (der Tag davor waren über 34 Grad), die Sonne schien die gesamte Zeit unseres Ausflugs munter durch. Der Fuji selbst schien auch zu bemerken, dass es Zeit war, sich hinter den Wolken heraus zu wagen, denn so langsam konnte man erste Fetzen der Spitze erhaschen.

Etwa nach dem ersten Drittel der Reise hatten wir dann tatsächlich das ultimative Glück: den perfekten Blick auf den Fuji!

Das Fazit dieses Ausflugs

Absolute. Meisterklasse. Besser hätte es nicht laufen können. Mehr Glück hätte man nicht haben können: Obwohl wir keine Sitzplätze im Bus reserviert hatten, erwischten wir freie Sitze in einer Verbindung eine Stunde später. Obwohl wir keine Räder reserviert hatten, bekamen wir beim selben Verleih noch vier Geräte. Obwohl alles so bewölkt begonnen hatte, konnten wir einen wunderschönen Blick auf den Fuji ergattern. Obwohl wir uns null informiert hatten, fanden wir unterwegs ein wunderschönes Caffee. Obwohl ich selbst aktuell null Kondition habe, konnte man diese Radtour mit vielen Fotopausen, Staun-und-Gug-Pausen und geraden Strecken ohne große Anstrengungen zurück legen. Das war ein wahrhaft magischer Ausflug.


mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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