Im Ursprungsland der Manga schaue ich natürlich gerne – nach Manga. Gerade als Schüler der japanischen Schrift begeistern mich die Originale mit ihren Kana und Kanji natürlich sehr. Daher musste ich natürlich auch dieses Jahr wieder zugreifen – jedoch in überraschend kleinem Stil.

2011 war sicherlich der größte Mangakauf, den ich je getätigt hatte – egal, ob japanisch oder deutsch. In den drei Monaten in Japan hatte ich massig Zeit, die gebraucht-Bücher-Kette Book Off zu durchstöbern, und mehr als genug Kofferplatz in meinem Apartment, um so richtig fett einzukaufen. Auch letztes Jahr habe ich ein paar größere Serien unter den Arm geklemmt und mit in meine Sammlung aufgenommen, musste mich mit der Kaufmenge jedoch etwas mehr zurück halten. Dieses Jahr hätte ich tatsächlich Massen kaufen können: Zwei Gepäckstücke pro Person standen zur Verfügung, von denen wir als Gruppe drei Stück gar nicht in Anspruch genommen haben.

Doch trotz all der Freiheiten im Gepäck, trotz der vielen besuchten Book Offs und Animates, blieb mein Kaufrausch überraschenderweise aus. In den Sektionen der zusammengefassten Mangareihen schaute ich zwar nach interessanten Titeln, und fand das ein oder andere Mal auch welche. Aber gekauft habe ich nur wenige.

Neue Bände einer bestehenden Reihe

Letztes Jahr habe ich mir die ersten zehn Bände von The Promised Neverland, oder eben auch 約束のネバーランド zugelegt. Da die Serie noch nicht abgeschlossen ist, folgten nun die aktuellsten drei Bände. TPN ist vom Niveau her sehr gut für Japanisch-Anfänger zu lesen, da ausnahmslos alle Kanji (die großen, besonders komplexen Zeichen) mit ihrer Lesung in Hiragana (nennt sich Furigana, jeweils rechts an der Seite des großen, komplexen Zeichens) angegeben sind, und so selbst Kanji Unwissende mit einem kurzen Crashkurs im Grundalphabet (Hiragana) bereits alles lesen können.

Das dramatischste Beziehungsdrama, das es auf dem Markt gibt

Normalerweise bin ich kein großer Verfechter des Genres „Romance“, da hier viele Titel ins schnülzige abrutschen, oder dreißig Bände brauchen, bis die Charaktere endlich einmal Händchen halten. Wirklich gute Titel zu finden ist aus meiner Erfahrung heraus wirklich schwierig. Doch als ich bereits vor einiger Zeit über Blue Flag (wie man auf Deutsch so schön sagt) bzw. 青のフラッグ gestolpert bin, habe ich mich sofort Hals über Kopf verliebt, und diesmal mussten einfach die japanischen Bände folgen.

Blue Flag hat grundsätzlich vier Hauptcharaktere, die im Fokus stehen. Während im ersten Kapitel alles noch wie die 0-8-15 Romanze wirkt (Außenseiter A wird von Außenseiterin B angesprochen, weil sie in HeißerTyp C verknallt ist, und B mit C Kindheitsfreunde sind. A verspricht daraufhin B, sie mit C zu verkuppeln, was KindheitsfreundinVonC D sehr kritisch sieht) entfaltet im weiteren Verlauf der Serie noch Gefühlstiefen und Entwicklungen, die ich nie habe kommen sehen, und die mich wirklich tief berührt haben.

Vom Lese-Level her liegt Blue Flag eher auf der Profi-Seite, was Kanji-Wissen angeht. Während Namen der Charaktere noch die Lesung mitgegeben bekommen (Namen können aus reinen Kanji heraus sehr oft falsch gelesen werden), sind alle anderen Kanji komplett frei von irgend einer Art der Unterstützung. Kennt man das Kanji nicht, heißt es ab an das Wörterbuch, und versuchen, das Zeichen zu finden. Da ich das früher oft und viel gemacht habe, kann ich aus eigener Erfahrung sagen – das dauert verdammt lange und macht sehr wenig Spaß

Etwas Humor kann niemals schaden

Eine der aktuell besten Serien, bei denen ich jedem Kapitelrelease zufiebere, ist sicherlich 薬屋のひとりごと, die bisher noch nicht in Deutschland lizensiert ist. Ich fiebere bei jeder neuen Releaseankündigung mit, ob der Titel denn dieses Mal mit gelistet wird – bisher leider ohne Erfolg. In der Serie begleiten wir Meimei, die im Harem-Hofstaat arbeitet, innerlich jedoch eigentlich begeisterte Medizinerin ist, die insbesondere Gifte liebt. Während sie einfach nur darauf hofft, in aller Ruhe ihre Schulden abzuarbeiten, bekommt ihr Umfeld Stück für Stück mit, welches Wissen sie in ihrem hübschen Köpfchen mit sich trägt – und möchte dieses für sich benutzen.

Das Lese-Level ist wieder sehr Anfängerfreundlich, da alle Kanji wieder mit ihrer entsprechenden Lesung ausgestattet wurden, was eine übermäßige Zeichenrecherche überflüssig macht.

Novel

Japanische Novel besitze ich tatsächlich sehr wenige, da mir das japanische Lesen eben noch sehr schwer fällt. Doch diesmal wollte ich einfach noch einen Band haben (das ist insgesamt mein dritter japanischer Novel, den ich besitze), und konnte beim ersten Sword Art Online Band einfach nicht wiederstehen. Bis ich diesen Band tatsächlich flüssig lesen kann, oder allein mich schon holprig dran wagen möchte, lasse ich mal im Raum stehen – denn diese SAO Novel ist wieder auf einem etwas höheren Niveau, bei dem viele Lesungen nicht mitgegeben werden. Herausforderung, Hooray!

Und das war es auch schon. Im Vergleich zu meinen letzten Aufenthalten ist das wirklich lachhaft wenig, doch irgendwie hat sich nicht mehr ergeben. Trotzdem freue ich mich über diese Paar Neuheiten, und deren Erweiterung meiner Sammlung!


mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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