Heute ging es auf eine sehr weitreichende Parkanlage mit Ausgrabungsstätte, sowie einem Fluss entlang, der sich majestätisch durch den Wald bahnte… doch diese Idee hatte ich nicht allein!

Aomori-Stadt in Aomori-Präfektur

Es ist immer wieder ein Spaß, wenn ich schreibe „hey, ich bin jetzt in Aomori und erkunde mal ein bisschen“… und nur die Antwort kommt „ja… aber da bist du doch schon seit gestern?“. In Japan kommt es gar nicht mal so selten vor, dass die Hauptstadt einer Präfektur genauso heißt wie die Präfektur selbst. Im Japanischen behilft man sich dabei mit den praktischen Schriftzeichen 市 und 県 (shi, Stadt und ken, Präfektur), die einfach an den Namen angehängt werden. Schon weiß man, wovon man redet. Gerade bei Adressensangaben sieht man das oft, aber auch im Sprachgebraucht kommt es vor – jedoch nur in den Momenten, wenn man wirklich differenzieren muss. Das gibt es im Japanischen tatsächlich in vielen Fällen, dass Details im Gespräch weggelassen werden, wenn aus dem Kontext heraus klar sein sollte, worauf man sich bezieht: „Ich bin in Aomori einen Berg hinauf gestiegen“ vs. „Gestern war ich in Aomori shoppen“. Wozu erwähnen, dass das erste die Präfektur, und das zweite die Stadt ist? Wird doch aus dem Kontext klar! Verwirrend kann das trotzdem manchmal sein. Aber ich schweife ab 😉

In der Erde buddeln macht Spaß

Die Sannai Maruyama Site in der Nähe von Aomori-Stadt ist eine historische Ausgrabungsstätte (von ich-weiß-auswendig-nicht-welchem-Jahr). In dem Gebiet eingeschlossen sind diverse historische Häuser, darunter Holz- und Strohhütten sowie kleine in den Hügel eingelassene Hobbit-Höhlen, aber auch Grabstätten und Handwerksgegenstände. Fast alles kann man in gewissem Maße von innen betrachten, außerdem ist der Zutritt kostenlos. Daher ist es wirklich interessant, von Gebäude zu Gebäude zu schlendern. (Ich muss ja gestehen, dass mich vor allem das „Gemeindehaus“ aktuell an den Manga Grashros erinnert, den ich kürzlich erst gelesen habe, und der immer noch läuft. Dieser spielt in einer längst vergangenen Zeit, in der Jäger noch gegen Bestien des Waldes antreten mussten – unter anderem auch Mammuts. Die Gebäude der Serie erinnern mich vom Stil her sehr an die hier ausgestellten Bauweisen, genauso wie die Ausgrabungsfunde.)

Während dem Besuch war es übrigens h.e.i.ß! Die Sonne brannte unerbittlich und auf dem ganzen Gelände gab es nur wenige Schattenspender. Während mein Handy (WetterOnline sei Dank) etwas von 26° sagte, zeigte die lokale Anzeige 32° an. Und durch die deutlich höhere Luftfeuchtigkeit fühlt sich Hitze in Japan immer nochmal etwas heißer an, als gemessen. Puh! (Es hat auch mindestens zwei Menschen umkippen lassen, während ich dort war. Der Krankenwagen hat sie dann mitgenommen. Das ist alles ziemlich gefährlich, starben dieses Jahr doch schon über 100 Menschen wegen der extremen Hitze! #StayHydrated, Leute!)

Einmal dem Fluss nach

Mit dem eigentlichen Ziel „Oirase Gorge“ im Navi bemerkte ich schon viele Meter vor dem Ziel, dass ich an dem dort erwähnten Fluss bereits angekommen war. Er zog sich nämlich sehr lange in wunderschönen Fällen, Biegungen und unter einigem an Gewächs durch den Wald. Dass jede Biegung irgendwie interessant aussah merkte man auch daran, dass auf der eigentlich nur einspurigen Straße immer wieder Autos links ranfuhren, hielten, die Personen heraus sprangen, schnell hier und da Fotos der schönen Szenerie schossen, um dann ein paar Meter weiter hoch zu fahren. Hätte ich hier einen Tagesausflug hin unternommen wäre ich vermutlich dem Fußweg gefolgt, der dem Fluss entlang geht, und der wirklich unglaublich schön und verführerisch aussieht. Doch selbst mit der Hop-In-Hop-Out Methode und langsamen vorbeifahren (immerhin huschten immer wieder Personen über die Straße, oder Gegenverkehr drückte sich an haltenden Autos vorbei) konnte man die Szenerie sehr genießen. Flüsse und Wälder passen einfach wie die Faust aufs Auge! Etwas schade fand ich, dass ich nicht alles Kameraequipment dabei hatte – das große Stativ und meine Polaroidfilter hatte ich daheim gelassen. Dafür wurde meine Motivation geweckt, auch daheim das gesamte Equipment zu schnappen, und sich so einen Fluss zu suchen, um schöne Aufnahmen üben zu können.

Gute Nacht

Ein weiterer Abend, ein weiteres Michi no Eki. Da weiß ich oft wirklich nicht, was ich sagen soll. An manchen Tagen schaue ich sie mir an, an manchen nicht. Manchmal ist es noch hell, manchmal nicht. Manche sind schöner als andere.. aber wirklich merken tue ich es mir nie 🙂

Daten

Kalendertag 13.08.2018
Reisetag 17
Kategorien: 2018japan

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

2 Kommentare

Iris · 17. August 2018 um 22:30

Deine Bilder und die Geschichten dazu sind einfach super!
So kann ich auch -ein kleines bisschen- dabei sein!!

    mangakania · 18. August 2018 um 01:56

    Das freut mich 🙂 ich versuche auch jeden Tag ein bisschen Abwechslung rein zu bringen, damit sich nicht jeder Bericht liest wie „war an Ort X. War schön. Bin zu Ort Y. Ebenfalls schön.“ 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.