Während andere Regionen Japans in 35-40°C schmelzen, zog um mich herum eine Kältefront. Daher ging die Fahrt weiter gen Norden… der Sonne entgegen?

Das Museum des Ishinomori

Für die Stadt Ishinomaki hatte ich mir im Vorfeld bereits einen Bereich mit vielen Parkplätzen ausgesucht, um von dort in Richtung Park schlendern zu können. Direkt nebenan, einmal über den Fluss, stellte ich dann fest, dass es noch einen Ort gab der mich mehr interessierte: das Ishinomori Manga Museum. Um JPY800 für den Eintritt leichter begann ich also die drei Etagen abzulaufen. Im Museum ausgestellt sind sehr sehr alte Serien und Figuren, die uns im Westen kaum etwas sagen. Die meisten kenne ich auch nur namentlich, da ich mich mit der Entstehung von Manga beschäftigt habe. Der meistvertretene Künstler war natürlich Ishinomori-sensei, der in Ishinomaki aufgewachsen ist. (Irgendwann tauchte auch Mal noch Detektiv Conan auf – der Zusammenhang ist mir jedoch unklar.) Kamen Rider ist sicher eine seiner auch jetzt noch bekanntesten Figuren.

Über die anderen Serien und Ausstellungsstücke kann ich ohne zusätzliche Recherche leider gar nichts sagen. Alle Infotafeln, Videos, Bildunterschriften und co. waren alle rein auf Japanisch verfasst. Ein englisches Leaflet gab es am Eingang zwar, doch deckt dieses natürlich lange nicht die Informationsgewalt dessen ab, was man eventuell mitnehmen hätte können. Ganz grundlegend beschreiben kann ich es jedoch: die erste Etage enthielt Informationen zu Ishinomori-Sensei und seinem Leben. Auf der Spirale zur nächsten Etage gab es noch eine Analyse des Manga-Aufbaus, seiner Komponenten, und vermutlich auch dem Spannungs- bzw. Handlungsaufbau. Die zweite Etage selbst war auf einer Seite quietschend Pink für Hello Kitty und seine Freunde (da gab es mehr davon? Wer hätte das gedacht), die andere Hälfte wurde soweit ich verstanden habe den bekanntesten Serien Ishinomoris gewidmet. Der Aufstieg zur letzten Etage öffnete einem den Zugang zum internen „Kino“ von etwa zehnminütigen Kurzfilmen – ich bin effektiv nie in eins rein gekommen, weil ich immer zur falschen Zeit davor stand. Die letzte Ebene war dann ein Spiel-, Spaß- und Entspannungswunderland. Während die einen sich am digitalen Zeichnen und erstellen von Manga ausprobieren konnten, gab es zudem eine große Bibliothek mit unzähligen (laut Leaflet 160.000) teilweise sehr alten Manga. Der Aufbau dieser Leseecke hat mir sehr gefallen – sollte ich je den Platz haben… Mmmmh 😉

Zu guter Letzt gab es noch ein Restaurant mit vorwiegend Kindermenüs, das ich jedoch ausgelassen hatte. Insgesamt muss ich sagen dass das Museum für Kanji-Unwissende ziemlich frustrierend ist. Man weiß, dass da so viel Information zu holen wäre – kommt aber nicht ran. Außerdem sind die vorgestellten Serien für uns Westlinge natürlich etwas befremdlich, während Japaner hier sicher in Nostalgie schwelgen können.

Ein kleines Schmankerl hatte das Leaflet Aber noch in sich, das ich nicht habe kommen sehen: den Ursprung und die genaue Definition des Begriffs „Manga“ wurde wohl gerade von Ishinomori-Sensei intensiv geprägt. Doch Lest selbst…

Die Stadt Ishinomaki

Nach dem Besuch im Museum widmete ich mich wieder dem eigentlich im Vorfeld rausgesuchten Programm, und machte mich auf in Richtung Hiyoriyama Park (na, wem sagt der Name etwas? ;D). Der Weg dorthin war relativ nervig – gegen den ständig  wechselnden Wind und Regen ankämpfend, schon vom gehen her durchgefroren sein… Und die ganze Zeit an Baustellen, Baustellen und Baustellen vorbei zu müssen. Irgendwie vertrieb das meine Lust, mir einen sonst vermutlich sehr schönen Park anzuschauen (ich konnte unterwegs nicht einmal Bilder machen, sonst wäre mein Schirm weg gewesen), weshalb ich meinen direkten Weg abbrach, und in einem Halbkreis wieder in den Norden der Stadt zurück schlenderte. Dort sollte es laut Stadt-eigener Sightseeing Karte ein interessantes Kaufhaus geben – stellte sich heraus, dass dieses irgendwie zu hatte, und außerdem eher etwas nach Ramsch aussah. Mit dem Ziel, einen Starbucks (aka Internetquelle) zu besuchen, kehrte ich also zum Auto zurück und fuhr Innerorts ein Stückchen weiter.

In Der AEON-Mall in Ishinomaki suchte ich erst einmal den Foodstall auf. Gleich bei der Ankunft klingelte die Nostalgie durch, hatte ich so ein Foodcorner doch 2011 während meinem Aufenthalt oft besucht. Zu meinem Glück gab es tatsächlich auch einen Udon Laden mit Curry Udon (カレーうどん) und frittierten Tempura-Gemüsenestern.

Gesättigt und zufrieden ging es weiter – im eigenen AEON-Shop noch eben Calcium gekauft, dann den Starbucks aufgesucht. Dort einen Matcha Frappuchino (oder so) bestellt (ist schwer, im Starbucks was zu finden, wenn man den Geschmack von Kaffee nicht mag, haha!) und an die Arbeit gemacht. So freie Hotspots nutze ich immer vor allem dafür, die Bilder für den Blog hochzuladen. Diese haben immerhin eine gewisse Größe, und bei der hier anfallenden Anzahl möchte ich meinen mobilen, limitierten Hotspot nicht damit belasten.

Abendstation in weiter Ferne

Die nächste Abendstation war noch ein ganzes Stückchen entfernt, da ich etwas Strecke gen Norden zurücklegen wollte. Nach etwas über einer Stunde Fahrt kam ich an der leider bereits geschlossenen Raststätte an – und hatte tierische Kopfschmerzen. Eine kurze Kalkulation später war mir auch klar, warum – hatte ich bisher doch vielleicht gerade so einen halben Liter getrunken… (Ups). Immerhin konnte mein Kopf mit viel nachgeliefertem Wasser und wunderbarer Stille (hier regnete es nicht) sich wieder erholen.

Ich hatte in einem früheren Beitrag von dem netten, etwa 70 Jahre alten Opi, erwähnt, dass dieser mir eine Empfehlung mit auf den Weg gegeben hatte. Diese war tatsächlich dieses Michi No Eki, welches er als „das Beste im Norden“ bezeichnet hatte. Doch um es erkunden zu können, musste ich bis zum Morgen warten…

Daten

Kalendertag 07.08.2018
Reisetag 11
Kategorien: 2018japan

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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