Nun bin ich fast durch die Hälfte durch, und möchte euch erzählen, wie es im Auto so von statten geht – Wie viel Platz hat man, ist es bequem, und wie funktioniert das alles eigentlich?

Das grobe Äußere

Das Modell „Mid-Size Budget“ von Japan Campers ist ein 4,6m langer Mazda Bongo. Er ist das zweitgünstigste Modell und eigentlich für zwei Personen vorgesehen. Ich hatte mich für diesen entschieden, da ich mir erhofft hatte, ausgestreckt darin liegen zu können (✓), trotzdem noch überall parken zu dürfen (✓) und allgemein für den Monat angenehmen Lebensraum zu haben (✓). Im hinteren Bereich reicht der Deckenraum aus, dass ich auf meiner Matratze aufrecht sitzen kann. Es gäbe noch ein Modell mit aufstellbarem Dach, das wäre dann der „Mid-Size Campervan“ und nochmal ein kleines bisschen teurer.

Das Equipment

Zum Wohnen gab es von Japan Campers ein Standard Starterset, das ich bisher noch nicht in Anspruch genommen habe. Darin sind beispielsweise ein Gaskocher, Töpfe und Geschirr, ein am Kofferraum ausklappbarer Camping-Tisch und so weiter. Falls ich sie in nächster Zeit Mal nutze, werde ich mehr dazu sagen können.

Für den Fall der Fälle, wenn ich etwas Musik lauschen möchte (was ich erstaunlicherweise sehr selten tue), gibt es eine non plus ultra Erweiterung des Multimediasystems des Autos – einen AUX auf Kassette Adapter. Neu trifft alt. Irgendwie fand ich das vom ersten Moment an amüsant. Während mir am ersten Tag gesagt wurde „das könnte jederzeit kaputt gehen, ist Sau alt und nur eine Übergangslösung“, so funktioniert das Gerät bisher doch wirklich einwandfrei.

Das Schlafen und Wohnen

Bei der Übergabe des Wagens hat mir ein Mitarbeiter von Japan Campers gezeigt, wie ich die Rückbank umlegen, die Holzbretter drauf verteilen, und die Matratze darauf ausbreiten kann. Effektiv habe ich es seither nie wieder geändert, da ich die Rückbank im Alltag ja überhaupt nicht brauche. Während der Nacht wird die Windschutzscheibe mit einem Sonnenreflektor Sicht geschützt, die hinteren fünf Fenster haben Rollos bzw. Vorhänge eingebaut. Offen bleiben das Fahrer und Beifahrerfenster, aber dort blockieren die Sitze und die Kühlbox den Blick in den hinteren Schlafraum. Während in einer der hinteren Ecken mein Gepäck mit allen Klamotten lagert, liegt mein Kissen in der anderen Ecke. Das Querliegen ermöglicht es mir mit meinen 1,77cm tatsächlich, mich komplett auszustrecken, was ziemlich angenehm ist. Die Matratze ist auf den Holzbrettern natürlich relativ dünn, aber ein fünf Sterne Bett hat hier ja auch keiner erwartet. Es reicht, um morgens erholt wieder aufzuwachen – und das ist doch schonmal etwas!

Mein „Living Arrangement“ sieht vor, dass mein (linker) Beifahrersitz als Sammelstelle genutzt wird. Im Fußraum wird der Müll gesammelt (wie bereits erwähnt, Japan und Mülleimer ist schwierig), auf dem Sitz ist alles aus dem Tagesrucksack – Elektronik, Zubehör und Co. Während der Fahrt nutze ich die laufende Batterie als Chance, jedwege Geräte zu laden, daher habe ich die Ladegeräte eigentlich immer griffbereit.

Immer schön viel trinken

In Japan gibt es hauptsächlich drei Spritsorten – „Regular“ (レギュラー), Diesel und Benzin (Regular wäre also unser Super). Andere Ausprägungen habe ich selten Mal aufgeschnappt, jedoch ehrlich gesagt nicht weiter verfolgt. In meinen Wagen passen etwa 50L Sprit (45L Tanken war bisher das Max, man fährt ja nicht auf 0 runter ;D), was mich ziemlich genau 500km weit bringt. Somit kann ich den vom Mietunternehmen angegebenen Verbrauch von 10L/100km bestätigen. Etwas explodiert sind die Werte, als ich an einem Tag nur Berg hoch und runter Serpentinen gefahren bin… Aber das wäre es bei jedem Auto!

Bei den Tankstellen habe ich aktuell zwischen 150 und 153 Yen pro Liter gezahlt. Meistens weiß ich vor dem Tanken jedoch gar nicht, wie viel der Sprit jetzt wirklich kostet, wenn ich nicht explizit nachfrage. Komischerweise sind von außen oft gar keine Preise beworben, und wenn Mal ein Schild steht, ist es ein Sonderpreis in Verbindung mit irgendeiner Kunden- oder Punktekarte. Absolut seltsam aus deutscher Sicht, wo man die Preise doch schon von weitem lesen kann.

Daten

Vermieter Japan Campers
Modell Mazda Bongo
Verbrauch 10L „Regular“ / 100km
Getriebe Automatik
Länge 4,6m
Batterie 2 Autobatterien eingebaut

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

1 Kommentar

Katja · 11. August 2018 um 10:06

Na ja, komfortabel sieht anders aus. Aber unheimlich praktisch !

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