Als eine der drei landschaftlich schönsten Orte Tohokus ist Matsushima immer eine Empfehlung für Reisende. Gerade im Umfang eines Tagesausflugs kann man hier viel erleben und sehen – und das wissen auch die Unternehmer…

Eine Bootstour, die ist lustig

Gleich nach der Ankunft bin ich zur Bootsrundfahrt aufgebrochen, um die frühe Morgenstunde zu nutzen. (Stellte sich raus: sehr gut! Danach wurden die Schlangen immer länger und länger!) Bis zum Ticketschalter wurde ich dreimal angequatscht, um mich in die richtige Richtung zu lotsen: Mit Bahn oder Bus hier? Schalter eins. Diese Rundfahrt oder diese? (Viel zu schnell, als dass ich verstanden hätte, was die Unterschiede sind – zum antworten kam ich eh nicht) Schalter eins. Bitte JPY1.500, aber zacki zacki, da kommt schon der Nächste! Schnell schnell! Mit dem Ticket konnte ich dann (diesmal ohne spezifische Anweisung) in Richtung Boot aufbrechen. An Bord stellte ich direkt fest, dass nur der untere Bereich, mit leider verschmierten Fenstern, in meinem Ticket inkludiert war. Die Etage darüber kostete an Bord nochmal JPY600 Aufpreis. Doch ehrlich gesagt brauchte man diesen gar nicht – hinten stehen gab einem einen schönen Blick auf die ganzen Berge und Inseln.

Die Erklärungen des Boots waren wirklich gut – erst Japanisch, dann Englisch. Das Boot wartete an manchen Stellen sogar, bis beide Textstücke gesprochen waren, damit auch die englischen Zuhörer wussten, um welche Insel es gerade ging. Die eigentlichen Informationen waren eigentlich interessant, aber manchmal auch sehr abstrus. Gegen Ende schaltete man daher nur noch auf Durchzug… die Kulisse war trotzdem sehr schön!

Zwei Inseln und zwei Brücken


Die erste der hier verlinkten Inseln, Fukuura Island, wird mit einer auffälligen, knallroten, über zweihundert Meter langen Brücke mit dem Festland verbunden. Leider kostet ihr Überqueren extra, worauf ich gelinde gesagt keine Lust hatte.

Die zweite Insel, Oshima Island, ist ein kleines schönes Fleckchen Grün, das total schön zu besuchen war. Darauf gab es zweierlei kleine Gebäude, unter anderem einen kleinen Schrein, sowie diverse Statuen. Man hatte einen tollen Blick auf das Meer, die Küste und den Strand. Der einzige negative Part daran war, dass der umliegende Grünbereich gerade komplett umgebaut wird. Es stehen also viele Baustellenfahrzeuge rum, und auf dem Weg zur Insel ist alles irgendwie etwas abgesperrt.

Hintergründe zu den Bildern: Auf einem stehe ich neben einem Schild, das die Höhe der Tsunamiwelle 2011 anzeigt. Mit meinen 1,77 cm (laut Pass) ist das nicht gerade wenig! Andere Japaner, die sich daran gestellt haben, waren mit ihrem Haaransatz unter der Linie. Auf den Bildern mit dem Strand konnte man mit dem Jetski wohl viel Spaß haben. Eine Gruppe nutzte einen Luftring, um durch die Luft geschleudert zu werden; ein anderes Mal saß ein Besucher am Jet Ski hinten auf und wurde wie bei Rodeo links und rechts herum geschleudert, in der Hoffnung, ihn herunter zu stoßen! Allein das Zuschauen war bereits extrem amüsant.

Irgendwie Abzocke?

Ganz allgemein hinterließ mein Besuch bei Matsushima ein Unwohlsein als Gefühl. Vielleicht war ich zu lange auf dem Land unterwegs, wo man sich über Touristen freut, statt sie als Geldquelle zu betrachten. Oder ich bin zu oft in Spanien, um solch überhetzte Küsten-Attraktionen überwältigend zu finden. Jedenfalls hatte ich wirklich das Gefühl, dass hier alles auf Massenabfertigung und Geldumsatz ausgelegt war. Auch, dass das Überqueren der Brücke zur größeren Insel extra kosten sollte – zusätzlich zu den Extrakosten an beiden Tempeln und dem Aufschlag für das zweite Schiffsdeck… irgendwie fand ich das „blöd“, ganz schalopp gesagt. Ansonsten ist die Gegend natürlich absolut traumhaft, und es würde mich brennend interessieren, wie es ist, in diesem Gebiet tatsächlich zu wohnen…

Den Mittag versüßen

Zum Mittagessen zog es mich weg von der Bucht mit den (überteuerten?) Meeresgetier-Menüs, und in die nächste Stadt. Dort gab es nämlich eine Zweigstelle der Kette Sukiya, die sich auf das Gericht Gyudon spezialisiert haben. Dabei handelt es sich ganz grundlegend um eine Schale Reis (Don) mit einem Topping – in diesem Falle Rindfleisch (Gyuu). Dieses gibt es hier in allerleri Formen, Farben und Varianten, doch entschied ich mich für den Standard – was auf jeden Fall die richtige Entscheidung war *sabber*. Um JPY710 ärmer, ging ich satt und zufrieden weiter.

Gyuudon bei Sukiya

Im Regen baden

Das Vergnügen, und so zog es mich abermals in ein Sento. Diesmal war es ein Bad mit einem absolut HERR-LICH-EM Außenbereich!! Auch wenn es inzwischen regnete, habe ich ihn sehr genossen. Auf dreierlei Stufen floss das Onsen-Wasser die Treppen hinab, wodurch es von Terasse zu Terasse immer kühler wurde. Ganz oben… huiuiui. Da konnte ich nicht lange verbleiben! Hätte ich so ein Bad in meiner Wohngegend… haaaah…. *schwelg*

Again and again

Heute Nacht ging es, der praktischen Distanz wegen, wieder nach Osato Furusato. Mit trommelndem Regen wurde somit die Nacht eingeleitet.

Der Empfehlung auf den Zahn gefühlt

Ich hatte im Beitrag zu Tag 5 ja erwähnt, dass mir ein Päärchen Miso und Gurke überreicht hat, um dieses zu probieren. Während ich mich für die doch irgendwie unappetitlichen Bilder entschuldige (Miso ist eben Miso, und sieht entsprechend aus), so war das doch verdammt lecker! Ich bin komplett überrascht! Das wird jetzt sicher öfter als kleiner Snack zwischendurch in meinen Magen wandern.

Miso mit Gurke und Mayo!

Daten

Kalendertag 05.08.2018
Reisetag 9

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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