Wie nach so einer langen Reise üblich beginnt der erste Tag etwas holprig. So war das Einschlafen schwierig, Nachts bin ich zweimal aufgewacht, und um 4:20 war dann aber wirklich Schluss mit müde sein. Also kann man den Tag ja auch einfach offiziell beginnen 😉

Ein Berg mit Schrein

Das erste Ziel des Tages war, wie im Plan-Beitrag bereits geschrieben, der Berg Tsukuba (筑波山). An dessem Fuß gibt es einen gleichnamigen Schrein (筑波山神社), der laut TripAdvisor als eine Sehenswürdigkeit gilt. Der Schrein ist tatsächlich so schön wie versprochen, auch wenn er relativ schnell erkundet ist. Auf diversen Ebenen begrüßen jahrhundertealte Bäume, Wächterstatuen, Reinigungsbrunnen sowie andere kleine nette Eindrücke. Glücklicherweise war ich früh aus den Federn gefallen, womit ich den noch Touristen-freien, bewölkten Vormittag nutzen konnte, um im Schatten alles zu begehen. Vom Schrein führt ein Cable Car auf die Spitze des Berges, was jedoch ¥850 gekostet hätte… und das war mir nach bereits angefallenen ¥500 Parkgebühren einfach zu viel. Am Schrein vorbei führte ein Mountain Trail in den Wald hinein, welchen ich gleich motiviert als kostenlose Alternative in Angriff nahm. Wirklich abgeschlossen habe ich diese Wanderung leider nicht, denn 1,85 km bzw. 90 Minuten (wie ich später erfuhr) durch einen noch leicht überschwemmten Wald mit ganz passabler Steigung sind gar nicht mal ohne. Vor allem nicht bei tropischem Gewächshaus-Feeling, mit schwerem Rucksack und unter Verfolgung einer Bremse, die mich allen Ernstes den gesamten Weg hoch und runter „begleitet“ hat…

Beim Schrein wurde zum ersten Mal auch mein Rhode Mikrofon an der Kamera eingeweiht, um den Wind aus dem Ton heraus zu filtern. Ob das geklappt hat, und wie tierisch Laut die Viecher des Waldes sind, könnt ihr euch selbst zu Gemüte führen. (Wann auch immer ich dieses Video   bekomme…)

Ein … Hügel mit Schrein

Nachdem mein Vorhaben am Berg abgeschlossen war wollte ich mich bereits in den ebenfalls auf TripAdvisor erwähnten Toyosato Yukari no Mori aufmachen, verwechselte diesen aber mit einem Hochseilgarten am Tsukubasan, und lies diese Idee wieder fallen. Stattdessen suchte ich mir in Maps einen weiteren Schrein heraus, der tendenziell in Richtung der nächsten Nachtstation lag. Dieser war der Kumano Shrine (熊野神社), der diesmal an einem deutlich kleineren Hügel gelegen war. Im Vergleich zum Tsukusa-Schrein war dieser deutlich kleiner und auch um einiges weniger besucht. So gab es keinen offiziellen, großen Parkplatzservice und auch keinen Schrein-Shop oder andere Andenken-Läden. Ich habe sogar extra eine Anwohnerin gefragt, ob dies wirklich der Parkplatz des Schreins wäre, weil er komplett leer und nicht ausgeschrieben war. Diese Unbekanntheit hatte den Charme, dass ich mir den Schrein ganz allein anschauen konnte. Auch wenn ich Atheist bin, hat so eine Stille im Wald mit der dominanten Präsenz eines hölzernens Shinto-Schrein doch einen gewissen Eindruck hinterlassen. Für mögliche Interessenten kann ich den Schrein zwar als mal-vorbeifahren-Pause empfehlen – als Hauptziel eurer Reise wärt ihr aber sicher enttäuscht.

Hitze, die glücklich macht


Nachdem ich den gesamten Vormittag und Mittag durchgeschwitzt hatte, wollte ich nur noch eins – kühles Nass! Daher suchte ich auf Maps ein Bad, das für einen Kurzbesuch einen guten Preis hatte und entschied mich für das Akenogenkikan (あけの元気館), welches ¥700 kostete, statt ¥1.000 wie die meisten anderen. Davon habe ich natürlich keine Bilder, denn in japanischen Bädern soll man sich sicher und unter sich fühlen – immerhin ist man darin splitterfasernackt unterwegs! Schön und erholsam war es aber allemal, denn im 40 Grad Celsius heißen Wasser fühlt man sich einfach wohl. Neben dem Innenbecken gab es auch ein Außenbecken mit Liegen und etwas Wiese, sowie eine Sauna, die ich aber nur kurz aufsuchte.

In japanischen Bädern finde ich es immer wieder faszinierend, wie gründlich man sich waschen kann – bevor man ins Bad geht, natürlich! Während man selbst sich einseift und Haare und Körper wäscht, ist die Nachbarin gerade einmal mit dem Schrubben ihres Gesichts fertig. Und die Dame links benutzt ihr kleines Anstandshandtuch dafür, den Rücken mit Seife so richtig abzureiben. Also macht man selbst auch weiter, putzt Stellen, die man sonst nie wirklich beachtet, und geht überall dreimal drüber. Trotzdem sind die Blicke kritisch, wenn man sich zum Wasser begibt – Hat sich die Ausländerin ausgiebig genug gewaschen? Weiß sie, dass das Handtuch das Wasser nicht berühren darf? Genausowenig wie die Haare am Kopf? Wird sie anfangen zu planschen, oder kann sie sich benehmen? Zur Lösung: Da wir alle Gottesmöglichen Faux Pas bereits 2011 abgehakt hatten, wusste ich mich diesmal vorbildlich zu benehmen!

Einmal überspringen, bitte!

Während der eigentliche Plan vorsah, zur Michi no Eki Shimatsuma zu fahren, entschied ich mich spontan anders. Da morgen der Besuch in einem Park aussteht würde es sich wieder anbieten, möglichst früh dort aufzuschlagen. Daher habe ich eine „Nacht“ übersprungen und bin direkt nach Hitachioota weiter gefahren. Im Vergleich zum gestrigen Kurimoto ist dieses um einiges größer, hat Nachts prinzipiell aber dieselben Vorteile – einen sicheren Parkplatz und 24/7 zugängliche Toiletten. Den Rest meines Abends verbringe ich mit Blog-Angelegenheiten. Bilder auf den PC ziehen, Tag 1 korrigieren und Tag 2 (sowie ein oder zwei weitere Artikel ;D) schreiben. Bis morgen!

Ach halt, da war doch noch was…

Was fehlt bei jedem Fotopost und jeder Reiseberichtserstattung noch? Natürlich der Foodporn! Wie ich gestehen muss gibt es bisher noch sehr viel Conbini-Futter – denn das ist günstig, immer zu haben, und außerdem verdammt abwechslungsreich! Was gab es also bisher?

28.07.2018: Flughafenfutter, ein letztes Pickup, sowie ein Karekatsudon von Lawson. Die Fertigbento sind normalerweise anständig portioniert und werden im Laden auf Wunsch sogar noch warm gemacht. Service!

29.07.2018: Zwei Onigiri (einmal Thunfisch mit Mayo und einmal Umeboshi, saure eingelegte Pflaume) zum Frühstück, ein Onigiri (Lachs) zum Mittagessen und Abends noch zweierlei Sandwich. Beide „Gerichte“ haben die Japaner mit unterschiedlichsten Sorten, Geschmacksrichtungen und Formen eins A drauf. Trotzdem sollte ab morgen mal wieder etwas Abwechslung und Gemüse auf den Speiseplan!

Sonstiger Bilder-Dump

Die bisherige Reise, Stand 29.07.2018

Kalendertag 29.07.2018
Reisetag 2


mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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