So ein Reisetag beginnt wirklich sehr früh. Nach einer lediglich viereinhalb Stunden umfassenden, kurzen Nacht, klingelt um 5:30 der Wecker. Richten – Check. Anziehen – Check. Packliste zum fünften und letzten Mal durchgehen – Check. Noch eben Tschüss sagen, Gepäck ins Auto und schon geht es los! Während der Fahrt merkt man schon, dass Sommerferien sind – selbst um 6:30 gibt es schon erste Staus, im Radio die Warnung vor überfüllten Flughäfen und langen Wartezeiten.

Von Deutschland nach Warschau

Insgesamt kamen wir dann doch gut durch, kurz nach Sieben war ich bereits am Flughafen. Noch eben den Schalter für das Gepäck finden – dann heißt es warten. Gegen 8:30 öffnet dieser (immerhin ist man gleich als Erster dran), und schwupps ist das aufgegebene Gepäck weg. Mit dem Handgepäck-Rucksack ab an die Security, davor noch ein letztes Mal wehmütig drücken – ab hier geht es alleine weiter. Der frühen Flugzeit und der noch früheren Ankunftszeit sei Dank ist dort noch alles ruhig. Eine Wartezeit von 1-3 Minuten ist für die penible Security geradezu paradiesisch. Um 9 ist man dann mit allem durch, das Gate wurde auch schon gefunden. Bis das Boarding um 10:05 beginnt schnappt man sich einen Fensterplatz, und genießt die noch ruhige Wartezeit mit einem frischen Schluck deutschem Hahnenwasser.

Mit einem Flugstart von 10:53 ging es los Richtung Polen, wo wir gegen 11:51 bereits den Landeanflug begannen. Zu dem Flug selbst kann ich außer ein paar Bildern am Start und Ende nichts sagen – die Stunde habe ich genutzt, etwas überfälligen Schlaf nach zu holen, der mich beim Versuch, ein Buch zu lesen, mit aller Macht überfallen hat. Glücklicherweise waren wir mit dem gesamten Flug komplett im Zeitplan (Ankunftszeit 12:20), was vor allem zwei Männer vor mir freute – immerhin hatten sie statt drei Stunden Umstiegszeit nur 30Minuten bis zum nächsten Take Off! Sollte ich je mit LOT nach Istanbul fliegen, werde ich versuchen, so eine Hektik zu vermeiden.

Von Warschau nach Narita/Tokio

 

Der Warschauer Flughafen ist wirklich nicht groß, und so hat unsere spontane zusammengefundene Traube aus fünf Reisenden das Gate schnell gefunden. Wie der Zufall es so will, saßen wir fünf Japan-Orientierten alle nebeneinander. Ein 18jähriger Abiturient sowie ein Ehepaar (mit Bruder der Frau, soweit ich das richtig verstanden habe) sorgten so für interessante Gespräche (und lustige Fahrten in blauen Koffertrollies!). Das Ganze verlief sich wieder, als jeder Mal durch den Flughafen schlenderte. Aber hey, die Welt (und so ein Flugzeug) ist klein, eventuell sieht man sich ja doch irgendwo wieder… 😉

Um das Gate für den nächsten Flug zu erreichen ging es einmal durch die Passkontrolle. Auch wenn die Leute dort in der Regel freundlich sind, und eigentlich überhaupt nichts passiert, flößt die gesamte Situation doch Respekt ein. Da ist man froh, wenn man durch ist. Mit einem erwarteten Boarding um 14:25 und Abflug um 15:10 im Blick wurde die Zeit gemütlich gewartet. Aus dem gemütlichen Warten wurde dann jedoch noch ein Zähneknirschendes Wartespiel, als Durchsagen Mal 20, Mal 25, und dann wieder 10-15 Minuten Verspätung verkündeten. Ärgerlich vor allem dann, wenn das gesamte Boardingpersonal bereits am Gate ist und mit den Füßen trommelt, während der Flieger schon seit Stunden am Gate steht. Gründe für die Verspätung? Generische Aussagen, von denen man die Hälfte nicht einmal verstanden hat.

Als um 15:50 dann endlich das Boarding begann, ging ein Raunen der Erleichterung durch die Runde. Kurz später (16:14) stieg der riesige Vogel auch schon in den Himmel. Während dem Flug saß ich an einem Fensterplatz, wodurch ich nur eine Nachbarin hatte. Leider war diese extrem schweigsam, weshalb auch ich mich hauptsächlich dem Entertainment System gewidmet hatte. Von Flugroute beobachten zu Tetris spielen und Musik hören ist alles möglich – so natürlich auch das Film schauen. Bei mir lief „Unknown Figures“, eine wahre Geschichte über schwarze Frauen bei der NASA.

Die Verpflegung beim Langstreckenflug war natürlich um Weiten besser als die der Kurzstrecke. So gehörten neben zwei Hauptmahlzeiten auch diverse Durchgänge kostenloser Getränke sowie einmal eine Runde Erdnüsse mit zum Programm. Das Essen ist jetzt sicher keine fünf Sterne Kost, jedoch gibt es immerhin jeweils zwei Menüs zur Auswahl, die alle sehr umfangreich und durchaus genießbar waren.

Die Ankunft!

Nach der unspektakulären Landung in Narita (so ein großer Vogel wackelt da viel viel weniger) wurde man am Tor erstmal von einer dicken Welle „schwül“ begrüßt. Da Japan die letzten Tage von Rekordtemperaturen geprägt war und jetzt durch den Taifun viel Regen ins Spiel kam, war die Luft entsprechend drückend. Gott sei Dank regnete es jedoch erstmal nicht, das sollte später erst kommen.

Nach der Einreise ins Land ging es erst einmal auf die Suche nach dem Post Office am Flughafen, wo ich meinen WiFi Hotspot entgegen nehmen konnte. Mit einer anschließenden Zugfahrt zum Bahnhof Narita (¥240, Abfahrt 10:59, ~7min) war Alles bereit, um von dem Team von JapanCampers abgeholt zu werden (¥100 für Infoanruf, Ankunft 11:39). Während der ganzen Reise versuchte ich, ein paar Bilder in die sozialen Medien zu streuen, was in Deutschland sehr gut ging, in Warschau eine Katastrophe war (sowohl Mobile als auch Flughafen-WiFi) und in Narita so-lala geling (Flughafen-WiFi).

Fehler des Tages: Am Bahnhof fragen, wo es denn das nächste でんしゃ (densha) gäbe, denn das vorne wäre kaputt. Blöd nur, dass ein Telefon ein でんわ (denwa) ist… Hektik und Nervosität lassen grüßen!

Beim Sitz von JapanCampers angekommen ging es auch direkt ans Zahlen, Unterlagen aufsetzen und bereits existierende Schäden am Auto inspizieren. Das war dann auch relativ flott abgewickelt, woraufhin ich mich erstmal unter die Dusche stellte. Etliche Stunden Reise mit doch etwas Gepäck und einer Schnitzeljagd durch Flughäfen und Bahnhöfe hatten ihre Spuren hinterlassen…

Narita! … Oder doch nicht?

Plan des Tages war es eigentlich, durch Narita zu schlendern, und Neues zu entdecken, bzw. auch ein Besuch eines Tempels. Auf dem Weg dahin waren mir die Wolken nicht ganz geheuer, weshalb ich umdrehte – absolut richtige Entscheidung, wie mir die Sturzflug namens Regen kurz darauf mitteilte. Da mit etlichen Taifun-Warnungen nicht zu erwarten war, dass der Regen in nächster Zeit aufhören würde, begab ich mich bereits auf den Weg zur nächtlichen Station, dem 道の駅(Michi no Eki) Kurimoto.

Links ist Rechts und Rechts ist Links

Um zu dieser Station zu kommen musste ich natürlich erst einmal das Auto in Bewegung setzen. Das heißt: rechts sitzen, links fahren, links wischen und rechts blinken. Während das alles im ersten Moment etwas bedrückend wirkt habe ich doch das Gefühl, mich schnell daran gewöhnt zu haben. Doch Achtung ist weiterhin geboten! Das Schlimmste wäre, sich zu zuversichtlich zu fühlen, und dann einen leichtsinnigen Fehler zu machen. Gerade im Hinblick auf die Fehler bin ich sehr froh, für heute keine große Fahrt geplant zu haben. Selbst die 7Minuten Fahrt waren zehrend, die Müdigkeit der letzten Stunden wiegt eben doch schwer.

Bei Kurimoto angekommen konnten erst einmal ein paar grundlegende Dinge erledigt werden – freiem WLAN sei Dank. So habe ich per Videotelefonie zurück gemeldet, dass alles gut gegangen ist – und konnte nicht zuletzt auch diesen Beitrag mit Bildern fertig schreiben! Der heutige Abend wird also alleine in Ruhe noch ausgeklungen, bis morgen wieder genug Energie und Tatendrang da ist, um munter (und mit mehr vorzeigbaren Bildern) los zu legen!

Daten

Kalendertag 27.07.2018 bzw. 28.07.2018
Reisetag 1

mangakania

Manga-Fanatikerin und langjährige Anhängerin von Japan, Japanisch und allem was dazu gehört!

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