Eine der größten Entscheidungen für den diesjährigen Japan-Aufenthalt war die Wahl zwischen dem Transportmittel Zug oder Auto (Campingvan). Neben den Aspekten Komfort und Preis spielte natürlich auch die Flexibilität eine sehr große Rolle.

Aspekt Zug und Hotel

Bahnhof IkebukuroDies ist die üblichste Variante der Reise, die auch meine zwei ersten Aufenthalte in Japan bestimmt haben – man reißt mit dem Zug umher und übernachtet in diversen Hotels oder Apartments. Für Ausländer gibt es dabei das Eins-A Angebot des Japan Rail Pass (JRP), der bereits im Vorhinein erworben werden kann. Im Bereich Tohoku, dem Ziel meiner Reise, hätte mich dieser 20.000 JPY gekostet, bzw. 19.000 JPY bei einem Kauf in Deutschland (https://www.jreast.co.jp/e/eastpass_t/). Dieser Pass erlaubt einem die Fahrt in so gut wie allen Shinkansen, JR, und lokalen Zügen. Der Zeitraum beträgt 14 Tage, wovon man jedoch nur 5 effektiv fahren darf. Gut ist es trotzdem, denn meist fährt man ja an Ort A um sich dort dann auch ein paar Tage umzuschauen.

Bei den Hotels kann man diverse Möglichkeiten (Herbergen, Kapselhotels, AirBNB, …) ausschöpfen, jedoch sollte man im Vorhinein gut überlegen, wann man wo sein müsste – ein großer K.O. Punkt in meiner schlussendlichen Entscheidung. Gerade da in meinem Reisemonat August das Obon-Festival sein wird und viele Japaner darin verreißen hätte diese Woche komplett im Voraus durchgetaktet sein müssen.

Wer die Hotel-Variante wählt dem empfehle ich auf jeden Fall eine Nacht in einem Ryokan zu bleiben. Die traditionell japanischen Hotels mit Futon, Onsen, Tatami-Zimmern und köstlichem Essen sind ihre meist über 100 EUR pro Nacht pro Person absolut Wert!

Aspekt Campingvan

Midsize Budget
http://www.japancampers.com

Was mir im Zuge der CMT und der dort sehr präsenten Wohnmobile eingefallen ist, ist ein Aufenthalt im Campingvan! Ein absolutes Schmankerl ist hier eindeutig dass man nicht im Voraus sagen muss, an welchem Tag man wo ist, immer ein- und auschecken muss, oder an große / gut mit dem Zug erreichbare Städte gebunden ist. Doch natürlich waren auch einige Fragen offen – Wie ist die Strecke von Tokio bis Aomori hoch und runter zu bestreiten? Wieviel Sprit kommt zusätzlich auf den Mietpreis? Vereinsamt man einen Monat im Auto nicht komplett? Darauf konnte ich für mich einige Antworten finden.

Die für mich gewählte Strecke dieses Jahr reicht von Narita bis Aomori, der letzten Präfektur der Hauptinsel bevor man Hokkaido erreicht. Laut Google Maps beträgt die einfache Distanz 700 KM, was hin und zurück im Laufe eines Monats sehr gut zu bewältigen ist. Die von mir online entdeckte Firma JapanCampers bietet ihr komplettes Sortiment auf Englisch an, was die Bestellung und Rückfragen deutlich erleichtert. Auch ihr Navi ist übrigens auf Englisch! Puh! 🙂 Die Frage des Sprits beantwortet das Specsheet des ins Auge gefassten Wagens – 10L auf 100KM, mit einem Spritpreis von etwa 1 EUR pro Liter. Alles verkraftbar.

Kostenvergleich

Im Falle meiner Reise hätte ich für 30 Tage zwei JRP der Tohoku-Gegend benötigt, wäre also bei 39.000 JPY rausgekommen, was etwa 1.300 JPY pro Tag bedeutet. In Euro umgerechnet wären dies Stand Februar 285 EUR insgesamt, bzw. 10 EUR pro Tag. Dabei fehlen natürlich kleinere 2-5 EUR Beträge, falls man auch an den nicht-JRP-Tagen einmal die lokalen Zuglinien benutzt.

Dazu gekommen wären 30 Nächte in Hotels, wofür ich nur einen bereits zuvor genannten Pi-Mal-Daumen Wert von 40 EUR pro Nacht zur Hand habe. Wobei ich diesen nach einer kurzen Recherche für August über AirBNB glatt auf 50, wenn nicht sogar 60 EUR pro Nacht anheben würde. Bleiben wir jedoch bei den sauberen 50 EUR pro Nacht kommen wir auf eine Gesamtübernachtung von 1.500 EUR.

Die Kombination aus Zug und Hotel läge also bei etwa 1.800 EUR, wobei noch einiges an Spielraum eingeplant werden sollte.

Das von mir ausgesuchte Modell von Japan Campers ist das „Mid-Size Budget“, welches 8.900 JPY pro Tag kostet. Durch meinen langen Aufenthalt und einen Frühbucherrabatt gingen davon nochmal 15% ab, was mich statt 267.000 JPY auf 227.000 JPY bringt. (Euro-Werte: 64 EUR pro Tag, 1.655 EUR gesamt.)

In einer separaten Hochrechnung habe ich noch eine Spritsumme von 140 EUR und nur im äußerst ungewöhnlichen Notfall anfallenden Gebühren für den Highway von 215 EUR mit eingerechet, was die Gesamtsumme für den Campingvan auf 2.010 EUR bringt.

Abwägung

Zug + Hotel Campingvan
Kosten 1.800 EUR 2.010 EUR
Vorteile Schnell, wird von anderen erledigt, weit entfernte Orte gut zu kombinieren flexibel, ohne vorherige tagesgenaue Planung, ländlich, gemütlich
Nachteile Großstadtgebunden, Tagesgenaue Vorplanung erforderlich weniger Luxus, etwas Unsicherheit bzgl. Versorgung

Entscheidung

Tatsächlich habe ich mich dieses Jahr für einen einmonatigen Campingvan-Ausflug entschieden! Die große Flexibilität hat mich überzeugt, da ich überhaupt keine Lust hatte bereits im Januar/Februar online alles Material durchsuchen zu müssen, um genau festzulegen, wann ich wo wie zu sein habe und was ich anschauen werde. Preislich muss man auch sagen, dass bei der ersten Hochrechnung keine allzu großen Unterschiede festzustellen sind.

Ihr könnt euch also darauf gefasst machen in nächster Zeit einiges an online-verfügbaren Informationen zu Japan Campers zu erhalten, während dem Aufenthalt mit Eindrücken und Bildern von ländlichen Orten vollgespammt zu werden (die ihr vermutlich nie gehört habt, hah) und am Ende nochmal ein abschließendes Fazit zu Japan Campers und Campingurlaub in Japan allgemein zu bekommen.

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